Tierische Studie

Österreichs Katzen sind die ruhigsten Katzen Europas

GPS-Daten zeigen: Österreichs Katzen sind europaweit am ruhigsten, haben aber größere Reviere als viele ihrer aktiveren Nachbarn.
Heute Tierisch
25.08.2026, 09:02
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Katzen sind bekanntlich echte Geheimniskrämer. Aber wo treiben sie sich eigentlich wirklich herum, wenn sie draußen unterwegs sind? Wie groß ist ihr Revier? Und gibt es da Unterschiede von Land zu Land? Genau das wollte Weenect, ein führender Anbieter von GPS-Trackern für Haustiere, bei seiner bisher größten GPS-Katzen-Revierstudie herausfinden.

Dafür wurden die anonymisierten GPS-Daten von rund 1.000 Katzen aus zehn Ländern ausgewertet – darunter auch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Pro Land wurden etwa 100 Katzen vier Wochen lang rund um die Uhr getrackt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die mehr als 24.000 Tagesaufzeichnungen liefern eines der bisher genauesten Bilder über das Verhalten von Freigängerkatzen. Untersucht wurde dabei nicht nur, wie weit und wie oft die Katzen unterwegs sind, sondern auch, ob Geschlecht oder Kastration eine Rolle spielen.

Drei Nachbarländer, drei verschiedene Katzenwelten: Deutschland führt mit einem medianen Revier von 27.955 Quadratmetern – das ist fast doppelt so groß wie der europäische Durchschnitt. Auch bei der Häufigkeit der Ausflüge liegt Deutschland vorne: 3,1 Mal pro Tag verlassen die Stubentiger dort ihr Zuhause.

Die Schweizer Katzen sind beim Zurücklegen der Strecke Spitzenreiter: Im Schnitt legen sie täglich 1.275 Meter zurück, knapp vor den deutschen Katzen mit 1.263 Metern.

Österreich hingegen ist das Land mit den ruhigsten Katzen: Nur 62,9 Prozent sind nachts aktiv – das ist der niedrigste Wert der gesamten Studie.

Das Geschlecht übt viel Einfluss aus

Das Geschlecht hat übrigens mehr Einfluss auf das Streifverhalten als die Kastration. Unkastrierte Kater legen nur rund zehn Prozent mehr Strecke zurück als kastrierte. Viel größer ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Kastrierte Kater sind um 59 Prozent aktiver als kastrierte Kätzinnen und gehen beinahe doppelt so oft raus.

Besonders auffällig ist das im deutschsprachigen Raum, wo die Kastrationsrate besonders hoch ist: In Österreich sind 93,8 Prozent der Katzen kastriert, in Deutschland 90,7 Prozent. Zum Vergleich: In Italien sind es nur 73,7 Prozent. Trotzdem zeigen italienische Katzen ein eher ruhiges Verhalten – die Kastration allein erklärt das Streifverhalten also nicht.

Bei den Kätzinnen ist die Datenlage dünn: Nur 16 unkastrierte Kätzinnen wurden lang genug getrackt, um in die Analyse zu kommen. Das liegt auch daran, dass viele Organisationen empfehlen, Kätzinnen erst nach der Kastration rauszulassen, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden.

Drei Fußballfelder pro Kater

Das typische Bild: Eine Kätzin beansprucht rund 10.700 Quadratmeter als Revier – das entspricht etwa eineinhalb Fußballfeldern. Ein Kater kommt auf rund 20.000 Quadratmeter, also fast das Doppelte. Außerdem ist er öfter unterwegs (2,0 Ausflüge pro Tag gegenüber 1,2 bei der Kätzin) und verbringt mehr Nächte unter freiem Himmel. Beide kehren aber verlässlich nach Hause zurück – nur der Kater nimmt meist den längeren Weg.

Bei der nächtlichen Aktivität sind die Unterschiede enorm: In Österreich sind nur 62,9 Prozent der Katzen nachts aktiv, in Deutschland dagegen 84,5 Prozent – das ist europäischer Rekord. Noch mehr sind es nur in den USA, wo jede getrackte Katze mindestens einmal nachts draußen war. Die Schweiz liegt mit 80,4 Prozent dazwischen. Passend dazu löst Österreich auch die wenigsten GPS-Alarme aus (Median 0,7 pro Tag), während Frankreich mit 2,1 Alarmen pro Tag das andere Extrem ist.

Katzen von Österreich haben größtes Revier

Interessant: Ruhige Nächte bedeuten nicht automatisch ein kleines Revier. Österreichische Katzen bewegen sich tagsüber in einem medianen Revier von 16.908 Quadratmetern – das ist sogar über dem europäischen Schnitt. Auch die Schweizer Katzen haben mit 18.085 Quadratmetern viel Platz. Die aktivsten Katzen leben aber weiterhin in Deutschland.

Das Gegenstück ist Spanien: Mit nur 547 Metern Tagesstrecke und einem Ausflug pro Tag sind die spanischen Katzen die faulsten der Studie – ganz im Zeichen der berühmten Siesta.

Für dich als Katzenhalter bedeutet das: Deine Katze könnte ein viel größeres Revier haben oder nachts aktiver sein, als du denkst. GPS-Tracker wie die von Weenect machen diese Routinen sichtbar. Es geht dabei nicht darum, die Freiheit deiner Katze einzuschränken, sondern dir als Halter mehr Gelassenheit zu geben, weil du weißt, was dein Liebling wirklich treibt.

Die vollständigen Studienergebnisse und alle Länderprofile findest du online:

Die vollständigen Studienergebnisse von Österreichs Katzen findest du HIER.

Insgesamt wurden 952 Datensätze in die Analyse aufgenommen, nachdem fehlerhafte oder verfälschte Daten entfernt wurden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.08.2026, 09:02