Wie oft ist zu oft? Und ab wann gilt jemand als zu zurückhaltend? Eine aktuelle Studie hat untersucht, welches Ausmaß an sexueller Aktivität gesellschaftlich am positivsten bewertet wird.
Im Rahmen der Untersuchung wurden über 340 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Deutschland befragt, wie sie einen 25-jährigen Mann oder eine gleichaltrige Frau mit unterschiedlichem Sexualverhalten beurteilen würden. Aspekte wie die Anzahl der Sexualpartner, die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr, Masturbation und sexuelle Fantasien wurden dabei erhoben.
Wie das Magazin "Vice" berichtet, ergab die im Fachjournal Social Psychological and Personality Science veröffentlichte Studie: Menschen mit moderatem Sexualleben werden am positivsten beurteilt – während sowohl sehr aktive als auch völlig inaktive Personen eher auf Ablehnung stoßen.
Hohe sexuelle Aktivität wird bei Männern gesellschaftlich stärker akzeptiert als bei Frauen. Umgekehrt wird eine geringe Aktivität bei Frauen positiver bewertet. Trotzdem gilt für beide Geschlechter: Ein Mittelmaß ist am beliebtesten.
Konkret liegt der "ideale" Bodycount laut Studie für Männer bei vier bis fünf Sexualpartnern im Leben, davon zwei bis drei als lockere Bekanntschaften. Das optimale Alter für das erste Mal wird bei Männern mit 18 bis 20 Jahren angegeben.
Frauen werden am besten beurteilt, wenn sie zwei bis drei Sexualpartner nennen, davon ein bis zwei unverbindliche, und ihr erstes Mal zwischen 16 und 18 Jahren hatten.
Für Männer werden vier bis fünf Geschlechtsakte pro Woche als optimal gesehen, für Frauen drei bis vier.
Auch Masturbation und sexuelle Fantasien haben eine soziale Obergrenze: dreimal täglich bei Männern, zweimal bei Frauen. Männer, die seltener Sex haben als das gesellschaftliche Ideal, werden härter beurteilt als Frauen mit geringer Aktivität. Frauen wiederum werden kritischer gesehen, wenn sie die Erwartungen übertreffen.
Das Fazit der Forscher: Wer es mit der Sexualität maßvoll hält, wird meist als am angenehmsten empfunden.
Extreme in beide Richtungen führen hingegen zu Vorurteilen – auch wenn sich die gesellschaftlichen Normen langsam verändern.