Tierische Studie

"Wie ein Nachtkast'l" Sind Österreichs Katzen zu dick?

Katzen leben in Österreich meist gut, doch Übergewicht bleibt oft unerkannt – mit Folgen für Gesundheit und Lebenserwartung.
Heute Tierisch
04.07.2026, 07:42
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Katzen sind in Österreich eindeutig die beliebtesten Haustiere. Laut Schätzungen, die sich auf den Verkauf von Tierfutter stützen, gibt es bei uns schon über zwei Millionen Katzen – und das bei rund 836.000 Hunden. Die Liebe zu den Samtpfoten ist riesig. Viele Herrlis und Fraulis bemühen sich, damit es ihren Stubentigern gut geht. Aber wie gut können sie wirklich einschätzen, ob ihre Katze gesund ist?

Genau das wollte der Biologe Andrea Sommese vom Zentrum für Tierernährung und Tierschutzwissenschaften an der Veterinärmedizinischen Universität Wien wissen und hat dazu eine Umfrage gemacht. Sommese hat rund 400 Personen aus Österreich und Deutschland befragt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
„Grundsätzlich haben wir Besitzer gebeten, die Lebensqualität ihrer Katzen zu bewerten. Wir haben aber auch mehr Informationen über das Umfeld gesammelt, in dem diese Katzen leben, welche Art von Beziehung sie zu den Menschen haben, wie sie ernährt werden, wie sie aussehen und so weiter. Am Ende haben wir die Daten analysiert, um zu sehen, ob es eine Korrelation zwischen den subjektiven Einschätzungen gibt und was die Wissenschaft uns sagen kann“
Andrea Sommerse

"Grundsätzlich haben wir Besitzer gebeten, die Lebensqualität ihrer Katzen zu bewerten. Wir haben aber auch mehr Informationen über das Umfeld gesammelt, in dem diese Katzen leben, welche Art von Beziehung sie zu den Menschen haben, wie sie ernährt werden, wie sie aussehen und so weiter. Am Ende haben wir die Daten analysiert, um zu sehen, ob es eine Korrelation zwischen den subjektiven Einschätzungen gibt und was die Wissenschaft uns sagen kann", erklärt Sommese. Die Studie wurde im Fachmagazin "Applied Animal Behaviour Science" veröffentlicht.

Wie beim Menschen - Fettleibigkeit verkürzt das Leben

Die Teilnehmer mussten etwa 80 Fragen beantworten. Im Durchschnitt haben die Katzenhalter sehr gut abgeschnitten – 89 von 100 möglichen Punkten. Wichtige Hinweise waren das Energielevel, die Stimmung, die körperliche Verfassung, der Appetit und wie gut das Zusammenleben zwischen Mensch und Katze funktioniert. Wer eine neugierige, aufmerksame und aktive Katze daheim hat, nimmt sie meist als glücklich wahr. Auch Anzeichen für Angst, Krankheit oder Unwohlsein werden oft richtig erkannt.

Ein Punkt fällt aber auf: Das Thema Übergewicht wird oft übersehen. Viele glauben, ein gut genährtes Tier mit großem Appetit ist automatisch gesund. Leider wissen aber viele nicht, wie schädlich Übergewicht für Katzen sein kann. Das führt dazu, dass Probleme manchmal gar nicht erkannt werden. Studien zeigen, dass Fettleibigkeit bei Katzen die Aktivität einschränkt und das Leben verkürzt.

„Ich glaube, dass viele Besitzer nicht wissen, wie schlimm Übergewicht vor allem für ältere Katzen sein kann, denn das bringt Probleme für die Gelenke und die Mobilität mit sich. Katzen sind freiheitsliebend und möchten gerne ihre eigenen Verhaltensweisen ausdrücken, wie Springen, Jagen und Spielen. Übergewicht erschwert dies“

Sommese empfiehlt vor allem bei älteren Katzen regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt. Die Studie zeigt, dass die Mobilität von älteren Katzen oft genauso positiv eingeschätzt wird wie bei jungen. Das liegt daran, dass kleine Veränderungen kaum auffallen. "Gewichtszunahme, die Verlangsamung, die mit dem Alter einhergeht, und eine schrittweise Reduktion der Möglichkeiten, sich natürlich zu verhalten. Obwohl keiner dieser Faktoren in der Regel Alarm auslöst, sind sie alle wichtig für das Wohlbefinden", sagt der Forscher.

Die Ergebnisse zeigen aber auch: Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist sehr liebevoll. Streicheln, spielen und reden tut den Katzen gut. Viele bekommen selbst in der Wohnung Möglichkeiten, ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Klettern, Jagen und Spielen auszuleben.

Dass uns Österreichern die Katzen am Herzen liegen, sieht man auch an anderen Zahlen: Das Durchschnittsalter der Katzen in Österreich steigt seit Jahren an.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.07.2026, 07:42
Jetzt E-Paper lesen