Kaum zurück in Österreich, müssen drei ÖSV-Abfahrer schon wieder die Koffer packen. Vincent Kriechmayr, Daniel Hemetsberger und Stefan Eichberger werden für zwei weitere Trainingswochen nach Chile geschickt. Der kurzfristige Trip nach Portillo sorgt für zusätzliche Kosten – und für Häme aus der Schweiz.
Eigentlich hätte das Trio seine Vorbereitung auf den Gletschern im Schweizer Ort Saas-Fee fortsetzen sollen. Doch die Bedingungen machen ein Speed-Training derzeit unmöglich. "Deshalb haben wir uns entschlossen, mit einer kleinen Abordnung noch einmal nach Chile zu fahren", erklärte ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer dem "ORF".
Nicht mit dabei sind Raphael Haaser und Marco Schwarz. Beide bereiten sich auf den Saisonstart mit dem Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner in Sölden vor. Damit besteht die ÖSV-Abordnung diesmal nur aus Kriechmayr, Hemetsberger und Eichberger.
Für zusätzlichen Ärger sorgt der Materialtransport. Weil ursprünglich mit einem Training in Saas-Fee gerechnet worden war, wurde die Ausrüstung aus Chile zurück nach Europa gebracht. Jetzt muss sie wieder über den Atlantik. Laut Head-Rennchef Rainer Salzgeber benötigt jeder Athlet rund 250 Kilogramm Gepäck. Bei mehr als 15 Euro pro Kilo entstehen damit alleine dafür Kosten von rund 3.800 Euro pro Fahrer, hatte er im "Blick" vorgerechnet. Die Kosten für die Materialtransporte übernehmen normalerweise die Ausrüster. Flug und Hotel zahlt der ÖSV.
Deshalb ist vom Schweizer Blatt bereits Spott in Richtung ÖSV gekommen. Der "Blick" schrieb von einem "teuren Eigentor" des ÖSV. Der Schweizer Skiverband hatte sein Material zunächst in Südamerika gelassen, entschied sich inzwischen aber gegen einen zweiten Chile-Trip. Als Grund werden schlechte Wetterprognosen genannt.
Pfeifer lässt die Kritik kalt. "Für uns ist es alternativlos", sagt der Cheftrainer. Auch Norwegen und Kanada würden ein zweites Mal nach Chile reisen. "Ich bin froh, dass wir es machen", ergänzte er.
Der ungewöhnliche Doppel-Trip könnte in Zukunft sogar zur Normalität werden. Pfeifer rechnet aufgrund der schwieriger werdenden Trainingsbedingungen in Europa damit, dass Speed-Teams künftig häufiger zweimal nach Südamerika reisen müssen. Für die kommende Saison denkt der ÖSV bereits darüber nach, zwei Chile-Aufenthalte fix einzuplanen.