Noch hat keine einzige Ski-Rennläuferin die Olympiapiste von Cortina befahren, da sorgt der Austragungsort bereits für Diskussionen. Die extrem hohen Preise machen es vielen Fans unmöglich, die Bewerbe vor Ort zu verfolgen – obwohl Cortina von der österreichischen Grenze nur rund eine Autostunde entfernt liegt.
Besonders verärgert zeigt sich ÖSV-Star Mirjam Puchner. Die 33-Jährige kritisierte das Vorgehen des IOC in Bezug auf die Zuschauer deutlich. Im Rahmen der Olympia-Einkleidung sagte sie: "Die Ticketpreise, die es für die Rennen gibt, sind äußerst fraglich. Ich finde das extrem schade für die Fans, wenn die Kosten so enorm sind." Trotz der Umstände wird die Salzburgerin auch in Italien auf die Unterstützung ihres engsten Umfelds zählen können.
Ein Blick auf die Ticketplattform der Olympischen Spiele untermauert Puchners Kritik. Für die Bewerbe der Ski-alpin-Damen sind sämtliche Tickets bereits vergriffen. Lediglich für die Damen-Team-Kombination sind noch Karten erhältlich, wobei die günstigste Kategorie bei 220 Euro liegt. Für nahezu alle Events werden darüber hinaus VIP-Tickets angeboten. Diese sind jedoch erst ab 350 Euro erhältlich und damit für viele Fans nicht leistbar.
Doch nicht nur die Ticketpreise stoßen dem ÖSV-Star sauer auf. Auch die Unterkünfte seien für viele Fans schlicht nicht erschwinglich. Puchner schilderte, dass man bereits im Sommer nach Quartieren gesucht habe. "Selbst die schlimmsten Häuser sind bei den Preisen horrend in die Höhe geschossen. Das ist einfach extrem schade." Die ÖSV-Damen selbst werden während der Spiele nicht im Olympischen Dorf in Cortina wohnen, sondern in einem Hotel untergebracht sein.
Auch diese Aussage lässt sich leicht nachvollziehen. Ein Blick auf gängige Buchungsplattformen zeigt: Während der Olympischen Spiele ist es kaum möglich, in Cortina eine Unterkunft für eine Woche für weniger als 8.000 Euro zu finden.
Trotz aller Kritik überwiegt bei Puchner die Vorfreude auf die Spiele vor der eigenen Haustür. Sie sagte: "Cortina ist eine wunderschöne Strecke, die wir bereits kennen. Im Vergleich zu den letzten Spielen in Peking, bei denen keine Zuschauer zugelassen waren, ist die Atmosphäre hier ganz anders. Allein die Fahrt ins Zielstadion wird Gänsehaut auslösen."
Für die 33-Jährige beginnt das Olympia-Programm am 5. Februar mit dem ersten Abfahrtstraining. Zuvor steht an diesem Wochenende noch der Weltcup in Crans-Montana auf dem Programm, mit der Abfahrt am Freitag und dem Super-G am Samstag.