Der Countdown läuft! Am 25. Oktober wird in Sölden die Ski-Saison der Herren eröffnet. Ob mit oder ohne Marcel Hirscher, ist nach wie vor offen. Der für die Niederlande startende Superstar besitzt eine Wildcard, dürfte mit Nummer 31 ins Rennen gehen.
Der 37-Jährige, der in seiner Karriere 20 Kristallkugeln erobert hat, trainiert seit Monaten für sein zweites Comeback. Das erste endete im Dezember 2024 mit einem Kreuzbandriss.
Zuletzt holte sich Hirscher im argentinischen Ushuaia den Feinschliff für den Weltcup-Winter. "Trainieren, testen, analysieren, pushen und einige schöne Momente", postete die Legende zu Fotos, die zeigen, wie der Doppelolympiasieger im Renntempo durch Riesentorlauf-Stangen jagt.
"Ich glaube, ich habe noch nie so gut trainiert um diese Jahreszeit", meinte Hirscher. "Das Knie ist stabil, fühlt sich gut an."
Doch wie weit ist Hirscher wirklich? Was ist von ihm zu erwarten? "Heute" fragte bei zwei Ex-Kollegen nach – den ÖSV-Stars Marco Schwarz und Manuel Feller.
"Von seinen Trainingszeiten habe ich nichts mitbekommen, ich bin daher selbst gespannt", sagt Schwarz. "Marcel war der beste Skifahrer über eine so lange Zeit, wir werden sehen, was er jetzt noch zusammenbringt. Ich wünsche ihm natürlich alles Gute für sein Comeback. Ich kann mit ihm mitleiden, weiß, wie sich eine Verletzung anfühlt." Zur Erinnerung: Schwarz musste sich selbst nach einer schweren Knieverletzung zurückkämpfen.
Definitiv nicht in Sölden am Start ist Manuel Feller. Der Tiroler, der 2017 Slalom-Vize-Weltmeister hinter Hirscher wurde, hat den Riesentorlauf aus seinem Programm gestrichen. Was hält er von der Rückkehr des achtfachen Gesamtweltcup-Siegers?
"Wenn er Spaß hat, soll er es machen. Ich weiß nicht, was er von sich erwartet. Er hat mal gemeint, er will nur Spaß haben – das ist mir aber nicht immer so vorgekommen, wenn ich ihn trainieren gesehen habe", grinst Feller. "Er ist ein Rennfahrer und bekommt sicher nicht gerne eine gebrannt."
Dass das Hirscher-Comeback nicht überall gut ankommt, wurmt Feller. "Es geht eigentlich keinen was an, das zu verurteilen. Man kann sich seinen Teil denken, aber es ist sein Leben. Ich glaube, er tut keinem weh. Ich habe viel von ihm gelernt in meiner Karriere, finde es cool, wenn ich ihn wiedersehe. Ich bin auch älter geworden, kann gewisse Dinge jetzt besser nachvollziehen."
Feller bringt ein Beispiel: "Ich hatte bei der Heim-WM in Saalbach eine Situation, die ein wenig so war wie bei ihm in Schladming." Rückblick: Hirscher eroberte 2013 am letzten WM-Tag unter großem Druck Gold. Feller musste sich 2025 mit Rang vier begnügen.
"Es ist schön, als gereifter Athlet mit dem besten Skifahrer aller Zeiten auf der Piste zu plaudern und über gewisse Dinge zu philosophieren", schließt Feller.
Starter Hirscher in Sölden, ist es sein erster Weltcup-Auftritt seit knapp zwei Jahren. Zuletzt bestritt er am 24. November 2024 den Gurgl-Slalom, kam jedoch nicht ins Ziel.