Mehrere private Trägerorganisationen sollen in Wien gegen Förderrichtlinien und Abrechnungsmodalitäten verstoßen haben. Die Stadt strich ihnen daher nun die Fördermittel – "Heute" berichtete.
In diesem Zusammenhang sorgt nun der Kindergartenverein "Abendstern" erneut für politische Wellen. Trotz massiver Kritik wegen jahrelangen Fördermittelmissbrauchs darf der Verein laut ÖVP weiterhin Kinder in Wien betreuen – unverständlich für Bildungssprecher Harald Zierfuß: "Warum darf der Kindergartenverein Abendstern weiterhin Kinder in Wien betreuen, obwohl dieser wiederholt über Jahre hinweg Fördermittel systematisch vernichtet hat?"
Wie der Stadtrechnungshof festgestellt hatte, wurden unter anderem Flugspesen nach Istanbul verrechnet, eine Teigwarenfirma mit Deckenarbeiten beauftragt – und zahlreiche intransparente In-Sich-Geschäfte mit fremdsprachigen Belegen abgewickelt – "Heute" berichtete. "Wer so agiert, kann kein seriöser Partner in der Kinderbetreuung sein", so Zierfuß.
Der ÖVP-Klubobmann spart dabei nicht mit Kritik an der Stadtregierung: "Einmal mehr müssen nun Kinder, Eltern und Pädagogen ausbaden, was das Neos-Kontrollversagen im Wiener Kindergartenbereich verschuldet hat." Die Neos hätten jahrelang tatenlos zugesehen, "wie Tag für Tag Steuergeld in Wiens Kindergärten vernichtet wird", so der Vorwurf.
Besonders ins Visier nimmt Zierfuß die zuständige Stadträtin: "Es liegt nun klar in der Verantwortung von Neos-Stadträtin Emmerling, hier rasch und unbürokratisch für einen angemessenen Ersatz der verlorenen Kindergartenplätze zu sorgen."
Nach dem Skandal rund um "Minibambini" sei mit "Abendstern" nun der nächste Fall ans Licht gekommen. Für Zierfuß ist klar: "An einer kompletten Neuaufstellung der Fördermittelkontrolle der MA 10 führt kein Weg mehr vorbei."
"Ohne das Prüfersuchen der Wiener Volkspartei würden diese Vereine auch weiterhin fröhlich Fördermittel mit dem Segen der Neos missbrauchen", so Zierfuß – und fordert ein "Ende des Kontrollversagens".