Drei Wiener (18) in Not

Ohne Helm und Stirnlampe – Rettungseinsatz auf der Rax

Drei 18-Jährige gerieten auf der Rax in Bergnot. Ohne passende Ausrüstung saßen sie über einem hunderte Meter tiefen Abbruch fest.
Victoria Carina  Frühwirth
21.09.2026, 14:36
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Dramatischer Einsatz am Samstagabend, 19. September, auf der Rax: Drei 18-jährige Wiener mussten von der Bergrettung aus höchst gefährlichem Gelände geborgen werden. Die jungen Männer waren am Morgen von Hinternaßwald über den Nasskamm und das Zahme Gamseck Richtung Heukuppe aufgebrochen.

Unerfahrene Wanderer

Schon der Aufstieg dauerte deutlich länger als geplant. Erst nach knapp neun Stunden Gehzeit erreichte das Trio gegen 17 Uhr die 2.007 Meter hohe Heukuppe, den höchsten Punkt der Rax.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Doch anstatt auf einem einfachen Weg ins Tal zurückzukehren, machten sich die drei über die Wildfährte an den Abstieg. Der Klettersteig der Schwierigkeit B führt über ausgesetzte und teilweise unversicherte Passagen. Dann setzte die Dämmerung ein.

Junges Trio schlecht ausgerüstet

Die Wiener hatten keine Stirnlampen dabei und verloren zunehmend die Orientierung. Dazu waren sie nur leicht bekleidet unterwegs. Helm, Klettergurt und Klettersteigset fehlten ebenfalls. Schließlich kamen sie vom Weg ab und gerieten in gefährliches Felsgelände.

Gegen 20.46 Uhr ging der Notruf ein. Die drei Männer saßen auf einem Felskopf fest, etwa 50 bis 100 Meter vom eigentlichen Klettersteig entfernt. Unter ihnen ging es mehrere hundert Meter steil in die Tiefe. Sie waren bereits unterkühlt, aber laut Bergrettung unverletzt.

Acht Bergretter aus Reichenau sowie die Alpinpolizei machten sich auf den Weg. Nach rund zwei Stunden konnten die Einsatzkräfte Sicht- und Rufkontakt zu den Vermissten herstellen.

Aufwendige Rettungsaktion

Die Retter errichteten ein Seilgeländer und kletterten zu den jungen Männern. Erst dort wurden die 18-Jährigen mit Helmen, Klettergurten, Klettersteigsets und Stirnlampen ausgestattet und gesichert.

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Anschließend begann die aufwendige Bergung. Das Trio wurde zunächst vom Felskopf abgeseilt und zurück zum Klettersteig gebracht. Danach führten die Retter die Männer gesichert Richtung Tal. Die letzten rund 70 Meter mussten sie erneut abseilen.

Erst nach Mitternacht war die gefährliche Aktion beendet. Am Parkplatz in Hinternaßwald wurden die drei Wiener ihren verständigten Eltern übergeben. Um 1.17 Uhr konnten schließlich auch die letzten Einsatzkräfte einrücken.

Bergrettung appelliert an Wanderer

Für die drei 18-Jährigen endete das Abenteuer glimpflich. Die Bergrettung appelliert nach dem Einsatz aber einmal mehr an eine sorgfältige Tourenplanung und die richtige Ausrüstung.

Das Trio kam bis auf eine Unterkühlung mit dem Schrecken davon.

VF,21.09.2026, 14:36