Dramatischer Einsatz am Samstagabend, 19. September, auf der Rax: Drei 18-jährige Wiener mussten von der Bergrettung aus höchst gefährlichem Gelände geborgen werden. Die jungen Männer waren am Morgen von Hinternaßwald über den Nasskamm und das Zahme Gamseck Richtung Heukuppe aufgebrochen.
Schon der Aufstieg dauerte deutlich länger als geplant. Erst nach knapp neun Stunden Gehzeit erreichte das Trio gegen 17 Uhr die 2.007 Meter hohe Heukuppe, den höchsten Punkt der Rax.
Doch anstatt auf einem einfachen Weg ins Tal zurückzukehren, machten sich die drei über die Wildfährte an den Abstieg. Der Klettersteig der Schwierigkeit B führt über ausgesetzte und teilweise unversicherte Passagen. Dann setzte die Dämmerung ein.
Die Wiener hatten keine Stirnlampen dabei und verloren zunehmend die Orientierung. Dazu waren sie nur leicht bekleidet unterwegs. Helm, Klettergurt und Klettersteigset fehlten ebenfalls. Schließlich kamen sie vom Weg ab und gerieten in gefährliches Felsgelände.
Gegen 20.46 Uhr ging der Notruf ein. Die drei Männer saßen auf einem Felskopf fest, etwa 50 bis 100 Meter vom eigentlichen Klettersteig entfernt. Unter ihnen ging es mehrere hundert Meter steil in die Tiefe. Sie waren bereits unterkühlt, aber laut Bergrettung unverletzt.
Acht Bergretter aus Reichenau sowie die Alpinpolizei machten sich auf den Weg. Nach rund zwei Stunden konnten die Einsatzkräfte Sicht- und Rufkontakt zu den Vermissten herstellen.
Die Retter errichteten ein Seilgeländer und kletterten zu den jungen Männern. Erst dort wurden die 18-Jährigen mit Helmen, Klettergurten, Klettersteigsets und Stirnlampen ausgestattet und gesichert.
Anschließend begann die aufwendige Bergung. Das Trio wurde zunächst vom Felskopf abgeseilt und zurück zum Klettersteig gebracht. Danach führten die Retter die Männer gesichert Richtung Tal. Die letzten rund 70 Meter mussten sie erneut abseilen.
Erst nach Mitternacht war die gefährliche Aktion beendet. Am Parkplatz in Hinternaßwald wurden die drei Wiener ihren verständigten Eltern übergeben. Um 1.17 Uhr konnten schließlich auch die letzten Einsatzkräfte einrücken.
Für die drei 18-Jährigen endete das Abenteuer glimpflich. Die Bergrettung appelliert nach dem Einsatz aber einmal mehr an eine sorgfältige Tourenplanung und die richtige Ausrüstung.
Das Trio kam bis auf eine Unterkühlung mit dem Schrecken davon.