Der Fall einer Wiener Volksschule, an der heuer kein römisch-katholischer Religionsunterricht angeboten werden kann, ist offenbar kein Einzelfall – "Heute"berichtete. Nach dem Bericht in "Heute" meldete sich eine Leserin mit einer ähnlichen Erfahrung aus Niederösterreich.
An einer Mittelschule im Wiener Umland fiel der katholische Religionsunterricht im gesamten vergangenen Schuljahr aus. Der Direktor der Schule bestätigt gegenüber "Heute": "Im Vorjahr ist uns der römisch-katholische Religionslehrer leider weggefallen – wir hatten das ganze Jahr keinen."
Für Schüler, die zur Firmung gehen wollten, hatte der Ausfall laut der Mutter eine besondere Folge. Weil sie keinen Religionsunterricht besuchen konnten, stellte ihnen die Schule eine eigene Bestätigung aus. Diese wurde laut der Leserin für die Firmung benötigt.
Die Suche nach einem Ersatz blieb das ganze Schuljahr erfolglos. Nach Angaben des Direktors habe sich auch die zuständige Diözese darum bemüht, Lehrer umzuschichten.
Ein Grund für die schwierige Suche sei die geringe Zahl an benötigten Unterrichtsstunden: "Bei uns in der Schule ist die Nachfrage nach römisch-katholischem Unterricht relativ gering, es geht also um wenige Stunden und deswegen sind Lehrer schwer zu finden", erklärt der Direktor.
Für das aktuelle Schuljahr gibt es allerdings gute Nachrichten: Die Schule hat mittlerweile eine Religionslehrerin gefunden. Der römisch-katholische Religionsunterricht findet wieder statt.
Dem Direktor ist das Angebot ein persönliches Anliegen. "Mir ist der Religionsunterricht sehr wichtig", sagt er. Für die Kinder sei das eine Stunde, in der sie auch über wichtige Themen wie Trost oder Trauer sprechen könnten.