Für die meisten Menschen bedeutet OnlyFans ein Leben voller Luxus, Dubai-Reisen und einem glamourösen Lifestyle. Doch für die Hamburgerin Anike Ekina (1,9 Mio. Follower bei Instagram) sieht der Alltag oft ganz anders aus: Wenn der Melder geht, tauscht sie das Blitzlicht gegen Schutzkleidung und Blaulicht. Als engagiertes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr beweist die OnlyFans-Millionärin, dass gesellschaftliche Verantwortung und eine polarisierende Online-Präsenz kein Widerspruch sein müssen. Im exklusiven Interview spricht die BestFans-Creatorin über ihre tiefe Verbundenheit zum Ehrenamt, den Umgang mit Vorurteilen und Einsätzen, die ihr Leben für immer geprägt haben.
Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Für mich ist das weniger ein Job als vielmehr eine echte Berufung – ein Ehrenamt, das man aus Überzeugung macht, nicht fürs Geld. Was viele gar nicht wissen: In Deutschland stellen die Freiwilligen Feuerwehren den Großteil der Einsatzkräfte. Selbst in Städten sind längst nicht alle Feuerwehren Berufsfeuerwehren. Auch viele Stadtwehren, so wie meine, funktionieren auf freiwilliger Basis. Und diese Arbeit ist alles andere als ein "Nebenbei-Hobby". Wir haben jetzt Anfang März und waren dieses Jahr schon bei rund 50 Einsätzen. In kleineren Orten kann es ruhiger sein, aber am Ende zählt jede einzelne Wehr. Man unterstützt sich gegenseitig, und genau daraus entsteht diese besondere Kameradschaft. Was mich auch freut: Immer mehr Frauen engagieren sich bei der Feuerwehr. Bei uns sind wir inzwischen etwa sechs Frauen. Trotzdem halten sich einige Klischees hartnäckig. Manche glauben noch immer, es gehe vor allem ums Feiern oder dass Feuerwehr reine Männersache sei. Beides ist völlig daneben.
Ein genaues Datum kann ich gar nicht nennen, die Feuerwehr war irgendwie schon immer Teil meines Lebens. Mein Mann ist seit seinem zehnten Lebensjahr dabei, und wir kennen uns, seit ich 17 bin. Dadurch war das Thema von Anfang an präsent und hat mich über die Jahre ganz selbstverständlich begleitet. Richtig aktiv geworden bin ich dann in Hamburg. Dort bin ich in den Einsatzdienst eingetreten und habe meine Grundausbildung sowie die Truppführerausbildung absolviert. Durch Umzüge und Veränderungen im Alltag gab es aber auch eine Phase, in der ich nicht aktiv war. 2017, als wir in einem kleineren Dorf gelebt haben, habe ich mich ganz bewusst entschieden, wieder einzusteigen. Weil ich einige Zeit raus war, habe ich die Grundausbildung dort noch einmal gemacht, einfach, um wieder auf dem neuesten Stand zu sein. Später sind wir in eine etwas größere Stadt gezogen, und dort sind mein Mann und ich gemeinsam der Stadtfeuerwehr beigetreten, in der wir bis heute aktiv sind.
Einen einzelnen Auslöser gab es bei mir nicht. Die Feuerwehr war schon lange Teil meines Lebens, deshalb hat sich das eher schleichend entwickelt als durch einen bestimmten Moment. Irgendwann habe ich mir einfach eine ganz grundlegende Frage gestellt: Was passiert eigentlich, wenn ich selbst einmal Hilfe brauche? Wenn mein Haus brennt oder ich einen schweren Unfall habe – und niemand kommt? Dieser Gedanke macht schnell klar, wie wichtig es ist, dass Menschen Verantwortung übernehmen und füreinander da sind.
Es gibt inzwischen viele Einsatzkräfte, die online, z.B. auf Instagram oder TikTok, Einblicke in ihren Alltag geben, und man kennt sich teilweise sogar überregional. Trotzdem stößt eine Online-Präsenz bei einigen immer wieder auf Skepsis oder Kritik, was ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen kann. Gerade fürs Ehrenamt ist Sichtbarkeit ja eigentlich etwas Positives. Bei mir kommt natürlich noch dazu, dass ich auch im Erotikbereich gearbeitet habe und heute unter anderem auf OnlyFans aktiv bin. Das polarisiert und klar, das finden nicht alle gut. Direkt gesagt wird einem das aber selten. Vieles passiert eher hinter vorgehaltener Hand, besonders dann, wenn irgendwo ein Bericht erscheint. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch dieser Artikel wieder seine Runden machen wird und dass es Stimmen geben wird, die sich daran stören. Kommentare wie "Wie kann sie nur?" oder "Das müsste man unterbinden" kommen dann meist aus einer bestimmten Richtung. Dabei denke ich mir: Am Ende verfolgen wir doch alle dasselbe Ziel: Wir helfen Menschen.
Das ist sehr unterschiedlich und hängt stark davon ab, welche Position man gerade übernimmt – also auf welchem Fahrzeug man eingeteilt ist, welche Funktion man hat und natürlich auch, um welche Art von Einsatz es geht. Ich selbst bin zum Beispiel keine Atemschutzgeräteträgerin. Das heißt, ich gehe bei Brandeinsätzen in der Regel nicht als Angriffstrupp in Gebäude vor. Das ist eine bewusste Entscheidung von mir. In der Feuerwehr gibt es aber viele andere Aufgaben, die genauso wichtig sind. Grundsätzlich arbeiten wir sehr flexibel: Je nach Lage und Ausbildung übernimmt man genau die Rolle, die gerade gebraucht wird. Das kann von technischen Tätigkeiten bis hin zur Unterstützung anderer Trupps reichen. Ein Bereich, in dem ich häufig eingesetzt werde und der mir besonders liegt, ist der Umgang mit Betroffenen oder Angehörigen. Bei Einsätzen treffen wir oft auf Menschen in Ausnahmesituationen. Dann ist es unglaublich wichtig, dass jemand ruhig bleibt, zuhört und ein Stück Sicherheit vermittelt. Manchmal reicht es schon, jemanden kurz aus der akuten Situation herauszunehmen und für ihn da zu sein. Neben diesen zwischenmenschlichen Aufgaben packe ich natürlich auch ganz normal mit an. Technische Hilfeleistungen finde ich persönlich besonders spannend, etwa bei Verkehrsunfällen oder anderen Notlagen. Das liegt mir sogar mehr als klassische Brandeinsätze. Und tatsächlich machen solche Einsätze im Alltag der Feuerwehr einen großen Teil aus.
Das lässt sich gar nicht so pauschal beantworten, weil wir mit verschiedenen Alarmierungsschleifen arbeiten. Je nach Einsatzart wird also unterschiedlich alarmiert, das ist intern recht komplex. Grundsätzlich kann ich aber sagen: Der Melder geht schon ziemlich regelmäßig. Mein Mann ist stellvertretender Gruppenführer und hat dadurch alle Alarmierungen auf seinem Melder. Dieses Jahr hatten wir – und wir haben ja erst Anfang März – schon rund 50 Alarmierungen. Wie viele Einsätze ich persönlich davon gefahren bin, kann ich gar nicht genau sagen, weil ich das nicht mitprotokolliere. Was man aber merkt: Es gibt keine feste Routine. Manchmal ist zwei Tage lang komplett ruhig, und dann kommt alles auf einmal – mit zwei oder drei Alarmen an einem einzigen Tag. Das kann den Alltag schon ordentlich durcheinanderbringen.
Ein Einsatz, der mich besonders berührt hat, betraf einen jungen Menschen mit suizidalen Absichten. Für die Familie war das eine absolute Ausnahmesituation, alle waren völlig verzweifelt. In solchen Momenten versuche ich vor allem, für die Angehörigen da zu sein, ruhig zu bleiben, zuzuhören und ihnen ein Stück Halt zu geben. Da merkt man sehr deutlich, wie wichtig nicht nur die technische Hilfe ist, sondern auch die menschliche Seite. Man ist nicht nur Einsatzkraft, sondern manchmal einfach der Mensch, der in diesem Moment da ist. Ein anderer Einsatz hat mir auf eine ganz andere Weise gezeigt, wie schnell sich ein Leben verändern kann. Eine Gruppe junger Leute war auf dem Weg zu einem Junggesellenabschied. Eigentlich ein fröhlicher Anlass. Einer von ihnen wollte für ein Foto auf einen Güterwaggon klettern und hat dabei die Oberleitung übersehen. Diese Leitungen führen extrem hohe Spannung. Innerhalb von Sekunden wurde aus einer unbedachten Entscheidung eine lebensgefährliche Situation. Der Einsatz war unglaublich intensiv: Viele Dinge mussten gleichzeitig passieren, von der Erstversorgung bis hin zum schnellen Transport mit dem Rettungshubschrauber. In solchen Momenten funktioniert man, verlässt sich auf das Team und auf das, was man gelernt hat. Aber innerlich geht einem das trotzdem nah. Zum Glück ist es am Ende nicht tödlich ausgegangen, auch wenn es lange sehr kritisch war. Aber genau solche Einsätze bleiben hängen, weil sie einem vor Augen führen, wie zerbrechlich alles sein kann und wie schnell ein einziger Moment alles verändert.
Ja, definitiv. Die Feuerwehr verändert vor allem den Blick auf Risiken. Man entwickelt mit der Zeit ein viel stärkeres Bewusstsein dafür, was alles passieren kann und fängt automatisch an, mehrere Schritte vorauszudenken. Das merkt man besonders im Straßenverkehr. Man fährt aufmerksamer, defensiver und deutlich vorausschauender, weil man einfach schon zu viele Situationen gesehen hat, in denen kleine Unachtsamkeiten große Folgen hatten.