Heute ist Robert Kratky kaum von seiner jahrzehntelangen Ö3-Karriere zu trennen. Dabei stand er schon 1997 vor einem möglichen Abgang. Ein großer Privatsender wollte den damals aufstrebenden Radiomacher abwerben und bot ihm für die Produktion einer Morgenshow das Doppelte seines damaligen Ö3-Fixums.
Kratky war offenbar so nervös, dass man ihm das Angebot beim ORF womöglich nicht glauben könnte, dass er die Gehaltsverhandlung mit dem Konkurrenten sogar aufzeichnete. Danach gönnte er sich erstmals seit langer Zeit Urlaub, hinterließ im Hotel aber vorsichtshalber seine Telefonnummer. Die Angst, bei Ö3 plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden, saß tief.
Und tatsächlich klingelte im Urlaub das Telefon. Am anderen Ende der damalige ORF-Generalintendant Gerhard Zeiler. Kratky rechnete mit einem Gegenangebot, nur finanziell fiel dieses ziemlich ernüchternd aus. Mehr Geld sollte es nämlich keines geben.
Kratky erinnert sich in seiner Biografie "Kratky" (ab 22. September erhältlich) an seine Reaktion: "... und das Gegenangebot des ORF lautet: gar nichts!"
Zeiler versprach ihm allerdings, dass er es nicht bereuen werde, wenn er bleibe. Für Kratky wog dieser persönliche Rückhalt offenbar schwerer als das höhere Gehalt. Er sagte dem Privatsender ab und blieb bei Ö3. Der Rest ist Geschichte ...