Dem ORF steht ein striktes Sparprogramm bevor. Schon vor einigen Tagen hieß es seitens des Senders gegenüber der APA, dass der Spardruck enorm sei. Direkte Auswirkungen auf die ORF-Programmproduktion seien "unumgänglich".
Man wolle Doppelgleisigkeiten bereinigen. Demnach sollen Programmangebote dort gekürzt werden, wo es die "strategische Evaluation" empfehle, hieß es weiter. Aufgrund dessen macht sich beim Kultur- und Info-Spartensender ORF III die Angst breit. Da hilft auch nichts, dass man betonte, auf dem Sender auch weiterhin ein "umfassendes Kulturprogramm" anbieten zu wollen.
Wie die "Krone" berichtet, hat sich die Belegschaft nun in einem offenen Brief an ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher und den designierten Generaldirektor Clemens Pig gewandt. Sie sollen die Einsparungspläne überdenken. Demnach befürchte man die Einstellung beliebter Sendungen wie "Land der Berge", "Runde der ChefredakteurInnen" und Opern im Hauptabend.
Das Programmbudget betrage 15 Millionen Euro. Die Betriebsratsvorsitzende von ORF III Emily Erhold warnt, dass eine Halbierung dieser Summe, angesichts der vergleichsweise niedrigen Produktionskosten und Gehälter, nicht nur "beispiellos" sei sondern sich auch "jeder wirtschaftlichen Logik" entbehre. Insgesamt verfüge ORF III über ein Budget von 30 Millionen Euro.
Auch einer möglichen Eingliederung der Tochtergesellschaft ins Mutterhaus steht man bei ORF III kritisch gegenüber. Laut der kaufmännischen Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz würde dies den Sender nicht billiger machen. Demnach wären die Gehälter bei ORF III niedriger als im Haupthaus. Man befürchte, dass im Falle einer Übernahme nur wenige Angestellte ihren Job behalten würden.
Des Weiteren gab man zu bedenken, dass dadurch Thurnhers eigene "zunichtegemacht" würde. Sie war von 2017 bis 2021 Chefredakteurin beim Spartensender. Aktuell seien viele Mitarbeiter "zutiefst" verunsichert, weil sie um ihre Arbeitsplätze zittern würden. Seitens der Tochtergesellschaft betonte man, dass man einen Beitrag zum Sparprogramm leisten werde, aber sich gegen das Streichen von Jobs und Sendungen wehren werde.