Letztendlich wurde der Druck zu groß: Nach Tagen wegen der kammereigenen Gehaltsaffäre unter Beschuss trat WKO-Chef Harald Mahrer zurück. Seine Stellvertreterin Martha Schultz übernahm interimistisch, auch im VP-Wirtschaftsbund, das Ruder.
Jetzt rückt ein weiterer, der Volkspartei nahestehende Funktionär ins öffentliche Blickfeld: Harald Mayer. Der 65-jährige Unfallchirurg ist seit 18 Jahren Vizepräsident der OÖ-Ärztekammer, Obmann der Landeskurie angestellter Ärzte und auch Obmann der Bundeskurie.
Der "Falter" rechnet in seiner aktuellen Ausgabe vor: Rund 8.500 Kassen-, Privat- und Spitalsärzte sind im Bundesland zahlende Angehörige der Kammer. Die Aufgaben der Vertretung: u.a. Überwachung medizinischer Standards, ein Fortbildungsangebot und eine Sozialversicherung für Mediziner.
Mayer verdiene am besten in dem "Kämmerchen", heißt es in dem Bericht. Denn: In dem Gebäude in der Linzer Dinghoferstraße arbeiten demnach gerade einmal 59 Menschen, viele davon in Teilzeit.
Die Gagenliste von Harald Mayer laut Zeitungsrecherche: rund 7.000 Euro für seine Tätigkeiten in der OÖ-Ärztekammer und 7.500 Euro für die Bundeskurie. Und: Für jeden Wien-Besuch gibt es eine Reisekostenentschädigung von etwa 500 Euro plus Kosten für Hotel und Fahrt.
Von Schärding in die Bundeshauptstadt fahre der Standesvertreter laut Rechnungen übrigens nicht per Zug, sondern mit dem Taxi. Er dürfte laut Kollegen zweimal pro Woche für die Kammer in Wien sein.
„Alexander Van der Bellen bekommt als Bundespräsident 26.700 Euro im Monat, unser Vizepräsident wahrscheinlich mehr.“Ein Mitarbeiterder OÖ-Ärztekammer
"Alexander Van der Bellen bekommt als Bundespräsident 26.700 Euro im Monat, unser Vizepräsident wahrscheinlich mehr", wird ein Mitarbeiter der OÖ-Ärztekammer zitiert. "Ich kenne die Beträge nicht", so die knappe Antwort des Pressesprechers der Einrichtung.