"Leisten Übermenschliches"

Nach Spitals-Drama schlägt jetzt auch Kammer Alarm

Nach den jüngsten Spitalsfällen bezieht nun auch die Ärztekammer Stellung. Sie warnt vor Panikmache und fordert mehr Sachlichkeit in der Diskussion.
Oberösterreich Heute
22.11.2025, 20:16
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Erst am Freitag hatte ein erfahrener Chirurg aus OÖ im Gespräch mit "Heute" Klartext gesprochen: "Am Ende des Tages wollen wir nicht die Deppen vom Dienst sein", sagte Peter Adelsgruber und warnte davor, aus tragischen Einzelfällen ein ganzes System schlechtzureden. Jetzt bekommt er Rückendeckung – und zwar von ganz oben.

Rückkehr zu Ruhe und Sachlichkeit

Denn nach den jüngsten Vorfällen in mehreren OÖ-Spitälern meldet sich nun auch die Ärztekammer OÖ zu Wort. Die Stimmung in den Häusern sei "dramatisch", heißt es in einer aktuellen Aussendung.

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen leisten teilweise Übermenschliches, müssen aber tagtäglich lesen und hören, dass das Gesundheitswesen schlechtgeredet wird, desolat und am Ende sei", berichten Dr. Silke Haim und Dr. Sebastian Graf vom Referat für ärztliche Betriebsräte.

"Bei allem Respekt, aber tragische, schicksalshafte und bedauerliche Fälle spiegeln nicht den Gesamtzustand des Systems wider", stimmen sie Adelsgruber eindeutig zu. Man brauche jetzt dringend eine Rückkehr zu Ruhe und Sachlichkeit, betont Kammerpräsident Peter Niedermoser: "Pauschale Zuspitzungen, Verunsicherung und Angst tragen aber nicht dazu bei, dass die Sicherheit wieder steigt."

Bessere Rahmenbedingungen gefordert

Gleichzeitig fordert die Ärztekammer – wie schon Adelsgruber – bessere Rahmenbedingungen: stabile Strukturen, genug Personal, zeitgemäße Arbeitsbedingungen und echte Wertschätzung. "Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, dass wir von Seiten der Politik und der Träger die volle Rückendeckung für unsere Ärztinnen und Ärzte haben."

Die Kammer zeigt sich gesprächsbereit, erwartet aber Taten: "Von uns wird Spitzenleistung erwartet, daher erwarten wir auch Rahmenbedingungen, die dies ermöglichen." Man werde sich weiterhin konstruktiv einbringen: "Unsere Hand ist ausgestreckt."

{title && {title} } red, {title && {title} } 22.11.2025, 20:16
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