Nach dem mysteriösen Tod einer Mitarbeiterin eines Pest-Forschungsinstituts im russischen Irkutsk herrscht Aufregung. Zunächst stand der Verdacht im Raum, dass die Frau an der gefährlichen Lungenpest gestorben sein könnte. Rund 200 Menschen mussten daraufhin in Quarantäne. Nun hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschaltet.
Wie die WHO mitteilte, bestätigte die zuständige russische Gesundheitsbehörde zwar den Todesfall, wies den Verdacht einer Pest-Infektion jedoch zurück. Demnach sei in Russland kein entsprechender Krankheitsfall registriert worden.
Die WHO war am 2. Oktober durch Medienberichte auf den Vorfall aufmerksam geworden. Demnach war die Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Pestbekämpfung am 29. September mit einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wenig später starb die Frau.
Der rätselhafte Todesfall löste große Besorgnis aus. Rund 200 Menschen wurden vorsorglich unter Quarantäne gestellt. In den sozialen Medien verbreitete sich daraufhin die Angst vor einem möglichen Pest-Ausbruch.
Auch die USA schalteten sich ein und forderten von Russland Aufklärung über die Hintergründe des Todesfalls. Moskau hatte die Vorwürfe allerdings bereits zuvor zurückgewiesen.
Die Lungenpest ist eine besonders gefährliche Form der Pest. Sie wird durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst und kann über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ohne rasche Behandlung mit Antibiotika kann die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit tödlich verlaufen.
Ob die verstorbene Forscherin tatsächlich mit dem Erreger in Kontakt gekommen war, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Russland bleibt jedenfalls dabei: Ein Pest-Fall wurde nicht registriert