Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben zwölf im Handel erhältliche Produkte gekauft. In zehn Fällen handelte es sich um konventionelle, in zwei um Bio-Ware. Die Proben wurden auf Pestizrückstände und Schimmelpilzgifte untersucht.
Das bittere Ergebnis: Nur dreimal konnten keine Schadstoffe nachgewiesen werden. Es handelte sich um "S-Budget Kartoffel Gnocchi", "Spar Feine Küche Gnocchi" und "Spar Natur Pur Bio-Gnocchi".
Viermal fanden die Experten Chlorat. In drei Fällen lagen die gemessenen Mengen lediglich im Spurenbereich. Bei den "San Fabio Gnocchi di Patate" von Penny hingegen wurde ein deutlich erhöhter Wert festgestellt. Die gemessene Konzentration: 0,4 Milligramm pro Kilo.
Die möglichen Gefahren von Chlorat
Chlorat entsteht üblicherweise als Nebenprodukt bei der Verwendung chlorhaltiger Desinfektionsmittel oder von Waschwasser im Produktionsprozess.
Es kann die Jodaufnahme der Schilddrüse blockieren, die roten Blutkörperchen beeinträchtigen und bei langfristiger Aufnahme gesundheitliche Auswirkungen haben.
Der festgestellte Wert entspricht einer Belastung, die rund 13-mal über dem zulässigen Höchstwert für frische Kartoffeln liegt.
Ein gelegentlicher Verzehr stellt nach aktuellem Wissensstand kein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar. Bei regelmäßigem Konsum kann jedoch das tolerierbare tägliche Aufnahmelimit erreicht werden, insbesondere bei Kindern.
In der Hälfte der untersuchten Ware wurden Pestizidrückstände nachgewiesen. Sie lagen alle deutlich unter den gesetzlich festgelegten Höchstwerten. Auch Schimmelpilzgift fand sich in drei Proben nachgewiesen – ebenfalls in Konzentrationen weit unterhalb des geltenden Grenzwerts.
Die Gnocchi für den Test kosteten zwischen 0,99 und 5,48 Euro pro 500 Gramm. Die Chlorat-Überschreitung wurde im günstigsten Produkt gefunden.
Für die Kammer macht die Untersuchung deutlich: Auch alltägliche, vermeintlich einfache Lebensmittel verdienen Aufmerksamkeit. Wo industrielle Verarbeitung stattfindet, braucht es konsequente Qualitätskontrollen, damit Preisvorteile nicht zulasten der Produktsicherheit gehen.
Die Tabelle mit allen Details findet man hier.