Falscher Müll regt auf

Pfand und Verbot – Ganz neue Müllregeln für Österreich

Batteriebrände verursachten 2025 EU-weit Schäden von 2,66 Milliarden Euro. Auch in Österreich steigt die Zahl der falsch entsorgten Akkus.
07.11.2026, 17:40
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Batterien im Restmüll werden für Europas Abfallwirtschaft zunehmend zum Problem. Durch sie verursachte Brände haben 2025 in der EU Schäden von geschätzt 2,66 Milliarden Euro angerichtet. Laut dem Europäischen Verband der Abfallwirtschaft (FEAD) kam es täglich zu rund 30 Batteriebränden in Entsorgungs- und Recyclingbetrieben. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.

Insgesamt schätzt der Verband die Zahl für 2025 auf rund 10.900 Brände. Das sind 27 Prozent mehr als 2023, als etwa 8.600 Fälle registriert wurden. Sechs von zehn Bränden in der europäischen Abfallwirtschaft sollen auf Batterien zurückzuführen sein. Viele Feuer werden allerdings gar nicht öffentlich bekannt: Laut FEAD wird nur etwa jeder zehnte Brand gemeldet. Die übrigen neun Fälle löschen Beschäftigte häufig direkt in den Betrieben.

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Die Schäden summierten sich zwischen 2023 und 2025 laut FEAD auf rund 7,3 Milliarden Euro. Zusätzlich investierte die Branche in diesem Zeitraum etwa zwei Milliarden Euro in den Brandschutz. Die Kosten dafür tragen bisher vor allem die Entsorgungs- und Recyclingunternehmen. Gleichzeitig werde es schwieriger und teurer, ausreichenden Versicherungsschutz zu bekommen.

In Österreich fast 15-mal so viele Brände

Auch hierzulande nimmt die Gefahr zu. Die Zahl der öffentlich bekannten Brände in österreichischen Abfallbehandlungsanlagen stieg zwischen 2007/08 und 2024/25 von zehn auf 147 Fälle. Das entspricht beinahe einer Verfünfzehnfachung.

Besonders problematisch ist die falsche Entsorgung von Lithiumbatterien. Laut einer Erhebung des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) hat sich ihre Zahl im Restmüll innerhalb von zehn Jahren vervierfacht. Mittlerweile landen demnach mehr als acht Lithiumbatterien pro Tonne Restmüll im falschen Abfallstrom.

Ein durchschnittliches Müllfahrzeug transportiert laut VOEB rund 8,5 Tonnen Restmüll. Darin befinden sich rechnerisch etwa 70 Lithiumbatterien. Schon eine einzelne beschädigte Batterie kann einen Brand auslösen. Besonders häufig stecken solche Akkus in Alltagsgegenständen wie Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug, Smartwatches oder Kopfhörern.

VOEB fordert Pfand und Verbot von Einwegprodukten

Der VOEB unterstützt deshalb die Forderungen des europäischen Dachverbands an die EU. Dazu zählt ein Fonds, der über die Herstellerverantwortung für Batterien und Elektrogeräte finanziert werden soll. Damit könnten Entsorgungsbetriebe in Brandschutz investieren und nach Bränden beschädigte Anlagen wieder aufbauen.

Außerdem sprechen sich FEAD und VOEB für ein Pfandsystem für besonders brandgefährliche Batterien aus. Es soll dafür sorgen, dass mehr Akkus getrennt gesammelt und nicht im Restmüll entsorgt werden. Auch ein Verbot von Einwegprodukten mit eingebauten Batterien, etwa Einweg-E-Zigaretten, steht auf der Forderungsliste.

"Ein Cashback- bzw. Pfandsystem für Batterien, wie es der VOEB schon lange vorschlägt, würde dafür sorgen, dass sie gar nicht erst im Restmüll landen", sagt VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly. Der Verband fordert ein abgestimmtes Vorgehen auf EU-Ebene, um die Brandgefahr in der Abfallwirtschaft einzudämmen.

red, 07.11.2026, 17:40
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