Eindringliche Warnung von einem der wichtigsten KI-Forscher der Welt! Physik-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton (78) rechnet schon innerhalb des nächsten Jahres mit einer schweren Krise durch künstliche Intelligenz. Im Interview mit der "Presse" zeichnet er ein düsteres Szenario.
"Das KI-Tschernobyl steht uns wohl noch bevor", warnt der britisch-kanadische Informatiker, der als einer der Väter der modernen KI gilt. Seine Befürchtung: Selbstständig handelnde KI-Programme könnten das globale Finanzsystem für eine ganze Woche lahmlegen.
"Es herrscht völliges Chaos, aber wir können uns davon erholen", erklärt Hinton. Eine solche Krise könnte Regierungen und Finanzmärkte endlich dazu bringen, die Gefahren der Technologie ernst zu nehmen.
Besonders brisant: Hinton hält einen derartigen Vorfall bereits innerhalb des nächsten Jahres für wahrscheinlich. Auch hochentwickelte Cyberangriffe auf Kryptowährungskonten könnten seiner Einschätzung nach schon bald Realität werden.
Doch der Nobelpreisträger warnt vor einer noch viel größeren Gefahr. Er glaubt, dass er selbst die Entwicklung einer sogenannten Superintelligenz erleben wird. Gemeint ist eine KI, die dem Menschen in praktisch allen geistigen Fähigkeiten überlegen ist.
Sollte die Menschheit die Kontrolle über eine solche Technologie verlieren, drohen dramatische Folgen. "Dann sind wir Geschichte", sagt Hinton.
Ganz hoffnungslos sieht der 78-Jährige die Zukunft allerdings nicht. Er beziffert die Überlebenschancen der Menschheit auf 80 bis 90 Prozent. Entscheidend sei, ob es gelingt, die immer mächtigeren KI-Systeme sicher zu entwickeln.
Mit den mächtigsten Männern der Technologiebranche geht Hinton hart ins Gericht. Besonders Nvidia-Chef Jensen Huang, Elon Musk und Meta-Chef Mark Zuckerberg bekommen ihr Fett weg.
Hinton wirft den Konzernen vor, wirtschaftliche Interessen über die Sicherheit der Menschheit zu stellen. Während Milliarden in immer leistungsfähigere KI fließen, werde viel zu wenig in die Erforschung möglicher Gefahren investiert.
Seine Forderung: Künstliche Intelligenz müsse mindestens so streng kontrolliert werden wie neue Medikamente.