Kaum ein Tag vergeht, ohne neue Meldungen über die Zukunft von Formel-1-Gigant Max Verstappen. Der Niederländer – das ist mittlerweile bekannt – hat zwar einen noch bis Jahresende 2028 laufenden Vertrag bei Red Bull, dieser enthält aber eine Ausstiegsklausel, die greift, wenn Verstappen während der Sommerpause der Formel 1 nicht zumindest Zweiter der Fahrer-Weltmeisterschaft ist. Dies kann Verstappen aber auch rechnerisch nicht mehr erreichen.
Verstappen kann also ablösefrei gehen und hat bis in den Oktober hinein Zeit, um die Ausstiegsklausel tatsächlich zu ziehen. Das löste freilich wildeste Spekulationen aus. Mercedes hatte in den letzten Jahren immer wieder einmal die Fühler nach Verstappen ausgestreckt, scheint nun aber mit dem WM-Leader Andrea Kimi Antonelli und Routinier George Russell gut aufgestellt zu sein.
Aston Martin mit Milliardär Lawrence Stroll war ebenso im Rennen, ist aber sportlich nicht konkurrenzfähig. Derweil entwickelte sich McLaren als neue Option für Verstappen. Der Niederländer könnte, so heißt es, Oscar Piastri verdrängen. Eine Einigung soll schon ganz nahe sein, hatte es geheißen. Auch sein Renningenieur und Vertrauensmann Gianpiero Lambiase wird künftig zu McLaren wechseln.
Zu all diesen Gerüchten passt, dass Papa Jos Verstappen und Manager Raymond Vermeulen am Freitag während des Rennwochenendes in Spa im Motorhome von McLaren gesehen wurden. Rund eine halbe Stunde lang schauten die beiden beim Konkurrenten-Team vorbei. Da sahen viele den Verstappen-Hammer ein großes Stück näher kommen.
Allerdings soll es für den Besuch der beiden Verstappen-Vertrauensmänner einen guten Grund gegeben haben, vermeldet zumindest "F1 Insider": Bei dem Gespräch soll es um Nachwuchstalent Dries van Langendonck gegangen sein. Der 15-Jährige ist erst kürzlich ins Förderprogramm von Verstappen Racing aufgenommen worden, allerdings auch bereits Teil des Nachwuchskaders von McLaren. Der Verstappen-Papa und Vermeulen hätten sich demnach mit dem belgischen Rennsport-Talent und dessen Eltern unterhalten. Zu Gesprächen mit McLaren-Vertretern soll es erst gar nicht gekommen sein.
Dies ist auch deshalb glaubwürdig, weil Vertragsverhandlungen dermaßen offensichtlich abzuhalten, eher ungewöhnlich wäre. Welch große Aufregung in der Formel 1 bereits herrschte, zeigte sich am Samstagvormittag, als schon wild spekuliert wurde. Klar ist aber auch: Die Gesprächsbasis zwischen McLaren und der Verstappen-Seite ist gegeben. Dazu kommt, dass der Unmut bei Red Bull über den Vierfach-Weltmeister größer geworden sein soll. Man vermisse das Bekenntnis des Formel-1-Stars zu seinem Team, hatte es aus dem Bullen-Stall geheißen.