Die Wirtschaft in Kärnten steht weiter unter Druck, das zeigt sich jetzt deutlich in den Zahlen. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits 127 Firmeninsolvenzen verzeichnet. Das sind um mehr als 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Besonders hart trifft es zwei Branchen, die viele betreffen: Bau und Gastronomie. In der Baubranche haben sich die Insolvenzen sogar verdoppelt. Auch Hotels und Lokale kämpfen ums Überleben – hier stieg die Zahl der Pleiten von zwölf auf 20 Fälle.
Auffällig ist auch, wie viele Verfahren nicht einmal eröffnet werden können. Die Zahl der abgewiesenen Konkurse hat sich fast verdoppelt, von 33 auf 63. Das bedeutet: In vielen Fällen ist schlicht kein Geld mehr da.
Die Auswirkungen sind spürbar. Insgesamt sind bereits 173 Arbeitnehmer betroffen, deutlich mehr als im Vorjahr. Die offenen Schulden summieren sich auf 46,9 Millionen Euro.
Ein weiterer Punkt zeigt, wie angespannt die Lage ist: Rund 80 Prozent der Insolvenzen werden von Gläubigern angestoßen. Das liegt deutlich über dem Österreich-Schnitt und zeigt, wie groß der Druck auf die Betriebe ist.
Die Gründe sind vielfältig, aber klar: Die schwache wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre, gestiegene Kosten und fehlende Reserven setzen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zu. Auch die Unsicherheit durch internationale Krisen belastet zusätzlich.
Und eine Entspannung ist nicht in Sicht. Der Alpenländische Kreditorenverband rechnet damit, dass die Insolvenzen weiter steigen werden.
Bei Privatpersonen ist die Lage etwas stabiler. Die Zahl der Privatinsolvenzen ist leicht zurückgegangen. Trotzdem gibt es einen Haken: Die durchschnittlichen Schulden sind deutlich gestiegen - auf rund 91.600 Euro.