Nach einem brisanten Enthüllungsvideo von YouTuber MiiMii nimmt die Affäre um ApoRed eine neue Wendung. Gegen den Influencer sollen inzwischen polizeiliche Ermittlungen laufen.
Auslöser sind schwere Vorwürfe mehrerer junger Frauen. Für ApoRed gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
MiiMii hatte seinen Fans einen neuen "Tiefpunkt" der deutschen YouTube-Szene angekündigt – und veröffentlichte anschließend Sprachnachrichten mehrerer Betroffener. Laut Rechtsanwalt Christian Solmecke geht es dabei um "wirklich schwerste Vorfälle".
"Das hat schon jetzt polizeiliche Ermittlungen ausgelöst", erklärt der Jurist auf seinem YouTube-Kanal WBS Legal.
"Es gibt insgesamt drei Frauen, die Anschuldigungen erheben", sagt Solmecke. Tatsächlich sollen die Betroffenen zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Vorfälle erst 15, 16 und 17 Jahre alt gewesen sein. Die Polizei wolle nun Namen und weitere Informationen erhalten, um umfassend ermitteln zu können.
Besonders erschütternd ist die Schilderung einer Betroffenen. "Dann hat mich ApoRed gepackt, er hat mich so hochgenommen", erzählt sie in einer Sprachnachricht. Danach sei sie in ein anderes "Schlafzimmer" gebracht worden.
"Er hat versucht meinen Rock runterzuziehen, ich ziehe den wieder hoch, aber er ist stärker wie ich, ich habe mich versucht zu wehren, hat aber nicht ganz so funktioniert", schildert das Mädchen. Später sagt sie: "Ich wollte es einfach nicht." Während sie "Nein" gesagt und versucht habe, ihn wegzustoßen, habe ApoRed weiter auf sie eingeredet.
"Das ist natürlich jetzt die Darstellung von Nele", stellt Solmecke klar. Gleichzeitig betont er, dass mehrere Frauen ähnliche Vorwürfe erheben würden. Dadurch würde sich das Gesamtbild "verdichten". Der Jurist hält es für möglich, dass im ersten geschilderten Fall Paragraph 177 des Strafgesetzbuches – sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung – erfüllt sein könnte. Auch weitere mögliche Straftatbestände sieht er im Raum.
Nach Angaben Solmeckes kontaktierte bereits ein deutscher Polizeibeamter sowohl ihn als auch MiiMii. Eine Anzeige werde derzeit vorbereitet. Wegen der Schwere der Vorwürfe sollen die Ermittlungen bereits angelaufen sein.
ApoRed hatte in den vergangenen Jahren mehrfach erklärt, zwischen Istanbul, Dubai und Zypern zu leben. Laut Solmecke könnten die Ermittlungen trotzdem in Deutschland geführt werden, da das Strafgesetzbuch unter bestimmten Voraussetzungen auch Auslandstaten erfasst.
"Ich kann mir vorstellen, dass das hier weiter geht und er vermutlich dann nochmal das nächste Urteil an die Backe bekommt", sagt der Anwalt.
Ein Problem bleibe allerdings: Nordzypern liefert Beschuldigte nicht direkt an Deutschland aus. Außerdem handle es sich derzeit um eine "Aussage gegen Aussage-Situation". Von ApoRed selbst gibt es zu den neuen Vorwürfen bislang keine Stellungnahme.