Die AfD-Leaks bringen laufend interessante Erkenntnisse zutage – und jetzt taucht auch ein Österreich-Bezug auf. Wie berichtet, wurden bei einem Hackerangriff Hunderttausende interne E-Mails abgesaugt. Darunter waren auch einige Konversationen, die eine Personalie aus Österreich zum Gegenstand hatten.
Wie der "Standard" berichtet, wollte der damalige Leiter der oberösterreichischen Grenzpolizei, Walter F., Mitglied bei der AfD werden. Den Antrag übermittelte das Büro des Abgeordneten Frank Pasemann, der wenig später wegen antisemitischer Vorfälle aus der Partei ausgeschlossen wurde.
Beim Antragsteller sollte es sich um einen "Gewinn für die Partei" für die handeln. Der Spitzenpolizist war schon seit 2012 Mitglied der FPÖ und erklärte sich bereit, den Mitgliedsbeitrag zu zahlen.
Der Bundesvorstand befasste sich damit, fragte beim Bundesschatzmeister nach, dessen Antwort war aber eindeutig: "Ausländer mit Hauptwohnsitz Ausland können nach Satzung nicht Mitglied werden." Damit war die Sache erledigt.
Gegenüber dem "Standard" erklärt der Betroffene, wie es dazu kam. Demnach sei der Freund seiner Tochter damals Büroleiter Pasemanns gewesen und eine interessante Führung durch den Bundestag organisiert. Auf die Frage nach Unterstützung sei der Vorschlag einer Parteimitgliedschaft gekommen.
Pasemann selbst habe er nie getroffen und auch nicht gekannt. "Ich verfolge seit Jahren keine Nachrichten oder politische Entwicklungen, weil es mir im Prinzip egal ist." Auch die negative Entscheidung lässt ihn kalt. Die Beziehung seiner Tochter ging mittlerweile in die Brüche, er selbst befinde sich im Vorruhestand und gehe ohnehin bald in Pension.