"Kann nichts garantieren"

Ardo-Aus fix – Knallharte Ansage von Minister Totschnig

Das Ardo-Aus gefährdet heimisches Tiefkühlgemüse. Minister Totschnig sucht einen Ausweg, kann österreichischen Spinat jedoch nicht garantieren.
23.10.2026, 10:22
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Im Marchfeld steht die heimische Tiefkühlgemüseproduktion vor einer ungewissen Zukunft. Das Ardo-Werk wird geschlossen – betroffen sind rund 240 Beschäftigte und Hunderte Bauern.

"Es ist ein großer Schlag für die Bauern, die Region und die Konsumenten, die heimisches Tiefkühlgemüse mit Qualität genießen wollen", erklärt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) im "Krone"-Interview.

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"Weitere Gespräche aussichtslos"

Trotz zweier Krisengespräche und eines Schreibens an Ardo hält der Konzern an der Schließung des Werks in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) fest. Auch ein Angebot zweier interessierter Investoren sei "vom Tisch gewischt" worden. Weitere Gespräche mit dem Konzern hält Totschnig deshalb für "aussichtslos".

Auch die Vorgehensweise von Ardo enttäuscht den Minister. "Die Mitarbeiter und Bauern sind ihnen egal", kritisiert Totschnig.

Intensive Suche nach Lösung

Der Zeitplan für die Schließung steht bereits fest. Ende Dezember wird die Produktion von Tiefkühlgemüse eingestellt. Im Frühjahr 2027 folgt die Nudelproduktion, danach wird die Logistik schrittweise heruntergefahren. Im August 2027 soll der Standort endgültig schließen.

Für den Minister ist der Auftrag klar: "Wir werden alles tun, um eine alternative Lösung zu entwickeln. Wir diskutieren und verhandeln intensiv, weil wir nicht auf eine heimische Tiefkühlgemüseproduktion verzichten wollen."

Laut Totschnig zeigen bereits mehrere Unternehmen Interesse. Zudem seien zwei Investoren bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Der Bund will eine mögliche Lösung mit Investitionsfördermitteln unterstützen. "Wir können nicht auf das Werk verzichten, es reißt ein tiefes Loch in der Produktion auf."

Bis Klarheit über die Zukunft der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion herrscht, dürften laut dem Minister noch einige Wochen vergehen.

Minister kann Spinat nicht garantieren

In Groß-Enzersdorf befindet sich die einzige Produktionslinie für Tiefkühlspinat in Österreich. Mehrere Anbieter wären für Totschnig grundsätzlich eine gute Lösung, aber "am Ende geht es darum, dass überhaupt ein Angebot da ist."

Einige Bauern haben bereits auf die Aussaat von Winterspinat verzichtet. Ob Konsumenten im kommenden Jahr weiterhin heimischen Tiefkühlspinat kaufen können, ist deshalb ungewiss. "Ich kann gar nichts garantieren", räumt der Minister ein. "Aber wir können einen 'rot-weiß-roten Schulterschluss' bilden."

Zumindest für die heurige Ernte gibt es Entwarnung: Ardo hat zugesichert, Spinat, Rotkraut und Karotten noch vollständig zu verarbeiten. Ein Teil des Gemüses soll bis ins Jahr 2027 eingelagert werden.

pol, Akt. 23.10.2026, 10:26, 23.10.2026, 10:22
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