Aufatmen bei den Bauern im Marchfeld! Obwohl der Tiefkühlriese Ardo sein Werk in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) endgültig schließen wird, ist zumindest die heurige Spinaternte gerettet. Auch Rotkraut und Karotten werden noch verarbeitet. Für die heimische Landwirtschaft ist das ein wichtiger Lichtblick inmitten der Schließungswelle.
Wie "ORF NÖ" berichtet, hat der belgische Konzern zugesichert, die gesamte heurige Ernte noch vollständig zu verarbeiten und zu verpacken. Ein Teil des Gemüses soll sogar bis weit ins Jahr 2027 eingelagert werden. Damit ist zumindest vorerst sichergestellt, dass heimischer Tiefkühlspinat weiterhin verfügbar bleibt.
Die gute Nachricht kommt allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Wie "Heute" berichtete, wird die Gemüseproduktion bei Ardo bereits mit Ende Dezember 2026 eingestellt. Im Frühling 2027 folgt die Nudel-Linie, im August soll das gesamte Werk endgültig zusperren.
Besonders dramatisch ist die Situation für die Spinatbauern. Denn das Werk in Groß-Enzersdorf verfügt über die einzige Produktionslinie für Tiefkühlspinat in ganz Österreich. Mit der Schließung droht daher ab Mitte 2027 ein Engpass bei heimischem Spinat in den Supermarktregalen.
Die ersten Konsequenzen sind bereits spürbar. Aus Sorge, künftig keinen Abnehmer mehr zu finden, haben zahlreiche Bauern die Aussaat von Winterspinat gestoppt. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich bestätigte diese Entwicklung.
Doch es gibt einen weiteren Hoffnungsschimmer! Hinter den Kulissen laufen intensive Gespräche zwischen Bund und Land, um die heimische Gemüseverarbeitung auch nach dem Ardo-Aus zu sichern.
Laut "ORF NÖ" gibt es bereits mehrere ernsthaft interessierte Investoren. Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach zuletzt sogar von "einer Handvoll" möglicher Interessenten. Geprüft wird unter anderem, ob bestehende Unternehmen zusätzliche Gemüsemengen übernehmen oder neue Produktionslinien aufgebaut werden könnten.
Für die rund 190 Beschäftigten und 50 Leiharbeitskräfte sowie Hunderte betroffene Bauern steht viel auf dem Spiel. Der belgische Konzern hält trotz angebotener Unterstützung von Bund und Land an seinen Schließungsplänen fest.