Ernte im Frühjahr fällt aus

Aus von Ardo – jetzt wird im Marchfeld Spinat knapp

Die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf hat erste Folgen: Bauern im Marchfeld haben keinen Spinat für das Frühjahr angebaut.
13.10.2026, 21:28
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Die angekündigte Schließung des Tiefkühlgemüsewerks Ardo in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) hat bereits erste konkrete Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Marchfeld. Besonders betroffen ist der heimische Spinat: Der für die Ernte im kommenden Frühjahr vorgesehene Herbstanbau wurde gestrichen.

Wie Karl Auer, Obmann des NÖ Gemüsebauverbandes, am Dienstag gegenüber der APA erklärte, war das Saatgut bereits bestellt und die entsprechenden Anbauflächen waren eingeplant. Nach der Ankündigung der Werksschließung ließen die Bauern den Aussaattermin vor rund zwei Wochen jedoch verstreichen.

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Spinat-Ernte im Frühjahr fällt aus

Eigentlich hätte der Spinat im März oder April 2027 geerntet werden sollen. Daraus wird nun nichts. Das bestellte Saatgut liegt bei den Landwirten beziehungsweise der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG).

"Grundsätzlich werden die Erträge im Frühjahr dann fehlen", erklärte Auer gegenüber der APA. Für die betroffenen Bauern bedeutet das auch finanzielle Einbußen, da die Auszahlung erst nach Ablieferung der Ernte erfolgt.

Sorge um heimisches Tiefkühlgemüse

Das Ardo-Werk produziert unter anderem für Iglo sowie die Tiefkühleigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Betriebsrat Dietmar Breiner warnt angesichts der geplanten Schließung vor möglichen Engpässen bei heimischem Tiefkühlgemüse.

"Weil wir derzeit der einzige Lieferant für alle nennenswerten Ketten in Österreich sind", erklärte Breiner in einem auf YouTube veröffentlichten Video.

Er startete zudem einen Solidaritätsaufruf. Konsumenten sollen in sozialen Netzwerken Bilder mit Botschaften wie "Regional statt international" veröffentlichen, um Druck auf den belgischen Konzern auszuüben und möglicherweise doch noch eine Rettung des Standorts zu erreichen.

Hunderte Bauern betroffen

Die Schließung des Werks ist für Ende August 2027 vorgesehen. Direkt betroffen sind 190 Beschäftigte sowie 50 Leiharbeitskräfte.

Doch auch für die Landwirtschaft sind die Folgen weitreichend: Im Jahr 2025 verarbeitete Ardo in Niederösterreich die Erzeugnisse von rund 270 Bauern. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse zählt insgesamt 500 Mitgliedsbetriebe.

AK fordert Sozialplan

Die Arbeiterkammer Niederösterreich fordert unterdessen einen Sozialplan, der die finanziellen Härten für die Beschäftigten abfedert. Ein bisheriges Angebot des Unternehmens sei laut AK-Präsident Markus Wieser nicht ausreichend gewesen, wie er dem ORF NÖ mitteilte.

red, 13.10.2026, 21:28
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