Die Zahl der Asylanträge in Österreich sinkt weiter deutlich. Im September 2026 wurden nur noch 308 Erstanträge gestellt – um mehr als 58 Prozent weniger als im selben Monat des Vorjahres.
Insgesamt gingen im September 885 Asylanträge ein, darunter Erst- und Folgeanträge. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.449 gewesen. Das entspricht einem Rückgang von rund 39 Prozent.
Auch die Bilanz seit Jahresbeginn zeigt einen deutlichen Abwärtstrend: Von Jänner bis September 2026 wurden österreichweit 7.397 Anträge gestellt. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 13.347 – ein Minus von knapp 45 Prozent.
Die meisten Anträge im September entfielen mit 216 auf syrische Staatsangehörige. Dabei handelte es sich überwiegend um Kinder, die bereits in Österreich geboren wurden.
Besonders stark ist der Rückgang beim Familiennachzug. Während in den ersten neun Monaten 2025 noch 1.030 Personen auf diesem Weg nach Österreich kamen, waren es im selben Zeitraum 2026 lediglich 60.
Dabei handelte es sich ausschließlich um soziale Härtefälle. Der Familiennachzug bleibt vorübergehend ausgesetzt und soll anschließend durch eine zunächst sehr niedrige Quote begrenzt werden.
Auch bei illegalen Grenzübertritten zeigen die Zahlen einen massiven Rückgang. Im Oktober 2022 wurden im Burgenland noch 14.892 Personen aufgegriffen. Im bisherigen Oktober waren es lediglich 16.
Als Gründe werden verstärkte Grenzkontrollen, die Zusammenarbeit mit ungarischen Behörden im Rahmen der "Operation Fox" und eine Verlagerung der Schlepperrouten genannt.
Die Kontrollen an den Grenzen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden um weitere sechs Monate verlängert. Dabei wird verstärkt auch im Grenzraum und im Hinterland kontrolliert.
Bis Ende September verließen insgesamt 11.975 Personen Österreich, etwa die Hälfte davon zwangsweise. Rund 48 Prozent der abgeschobenen Personen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt worden.
Zusätzlich gab es 582 sogenannte Dublin-Überstellungen. Dabei werden Personen in jenen europäischen Staat überstellt, der für ihr Asylverfahren zuständig ist.
Im selben Zeitraum wurden 21.421 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. In 8.517 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Weitere 722 Personen verzichteten während ihres Verfahrens freiwillig auf Schutz und reisten aus.
Auch die Zahl der Menschen in der Grundversorgung ist stark gesunken. Derzeit werden österreichweit 40.514 Personen versorgt, darunter rund 5.200 Asylwerber. Letzteres ist der niedrigste Wert seit knapp 30 Jahren.
Den größten Anteil machen mit rund 24.700 Menschen Kriegsvertriebene aus der Ukraine aus, darunter vor allem Frauen und Kinder.
Anfang 2023 befanden sich noch knapp 93.000 Personen in der Grundversorgung. Durch den Rückgang konnte die Zahl der Bundesquartiere innerhalb von zwei Jahren von mehr als 30 auf nur noch fünf reduziert werden.
Österreich ist mit dieser Entwicklung nicht allein. In Europa, einschließlich der Schweiz und Norwegens, wurden von Jänner bis September 2026 insgesamt 452.969 Asylanträge registriert. Das sind rund 24 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich gingen die Zahlen unter anderem in Polen, Spanien und Deutschland zurück. In einzelnen Ländern wie Slowenien, Zypern und den Niederlanden stiegen sie hingegen an.