Österreich verzeichnet deutlich weniger Asylanträge, gleichzeitig laufen die Abschiebungen auf Hochtouren. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) will den Kurs weiter verschärfen und kündigt rasche Abschiebungen direkt aus der Haft an.
Bei der Präsentation der aktuellen Asylzahlen am Freitag zog Karner gemeinsam mit Elisabeth Wenger-Donig und BFA-Direktor Gernot Maier Bilanz.
Bis Ende September mussten insgesamt 11.975 Personen Österreich verlassen, etwa die Hälfte davon zwangsweise. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren zuvor in Österreich strafrechtlich verurteilt worden. Damit werden täglich rund zehn Straftäter abgeschoben.
Für Karner steht fest, dass die Zahl der Asylanträge weiter sinken und gleichzeitig die Zahl der Abschiebungen steigen soll.
Der Minister betont, dass solche Einsätze für die Polizei besonders herausfordernd seien. Bei der Abschiebung von Straftätern brauche es "robuste Maßnahmen". Allein im ersten Halbjahr 2026 habe es 500 sogenannte Problem-Abschiebungen gegeben.
Deutliche Kritik übt der Innenminister an FPÖ-Chef Herbert Kickl. Dass sich dieser "mit einem Plüschflieger darüber lustig macht", begrüße er gar nicht.
Eine weitere Maßnahme steht bereits in den Startlöchern. Ab 1. November tritt die vom Parlament beschlossene Regelung für Abschiebungen direkt aus der Haft in Kraft. Die Vorbereitungen laufen laut Karner auf Hochtouren. Ziel ist es, möglichst rasch die ersten Abschiebungen auf dieser Grundlage durchzuführen.
Auch bei den sogenannten "Return Hubs", also geplanten Rückkehrzentren außerhalb der EU, gibt es weitere Gespräche. Mitte November soll sich die "Gruppe der Umsetzer" auf Ministerebene im Rahmen der "Vienna Migration Conference" in Wien treffen.
Karner begrüßt zudem die geplante Reduktion der Sozialhilfe für Asylberechtigte. Er erwartet sich davon einen weiteren deutlichen Rückgang der Asyl-Erstanträge.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang bei den Asylanträgen. Im September 2026 wurden österreichweit 308 Erstanträge registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Minus von mehr als 58 Prozent.
Von Jänner bis September wurden 7.397 Asylanträge gestellt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 13.347 gewesen – knapp 45 Prozent mehr.