Die Einigung auf einen Waffenstillstand im Nahen Osten hat die Preise an den Zapfsäulen spürbar sinken lassen. Autofahrer können sich über günstigere Kraftstoffpreise freuen, doch eine vollständige Normalisierung ist laut Experten noch nicht in Sicht.
Laut aktuellen Zahlen kostet Super 95 etwa in Wien derzeit an der günstigsten Tankstelle 1,672 Euro pro Liter – deutlich weniger, als noch vor zehn Tagen. Auch Diesel wurde günstiger – 1,719 Euro pro Liter ist der aktuell günstigste Preis in Wien. Die Entwicklung zeigt sich bereits seit mehreren Tagen, da die Rohölpreise durch die politische Entspannung zurückgehen.

Die Entspannung am Ölmarkt wirkt sich auch auf andere Bereiche aus. Aktienkurse und der Bitcoin-Preis legten zu, während die Ölpreise so niedrig sind wie seit Kriegsbeginn nicht mehr.
Trotz der Preissenkungen bleibt die Situation angespannt. Hunderte Schiffe warten noch immer rund um die blockierte Straße von Hormus, durch die 15 Prozent des weltweiten Öltransports verlaufen. Simon Lustenberger von der Zürcher Kantonalbank warnt laut "20 Minuten", dass sich Produktions- und Handelsmuster frühestens bis Anfang 2027 wieder einpendeln könnten.
Als Herausforderungen nennt Lustenberger unter anderem die notwendige Minenräumung für eine sichere Passage, logistische Probleme mit den Tankern und voll ausgelastete Lagerstätten. Auch stillgelegte Ölfelder müssen vorsichtig wieder hochgefahren werden, und Schäden an der Infrastruktur erschweren die Rückkehr zur Normalität zusätzlich.
Das Waffenstillstandsabkommen soll erst am Freitag unterzeichnet werden und gilt zunächst nur für 60 Tage. Ob es danach zu neuen Angriffen kommt, ist offen.
Zudem hat der Iran laut der Nachrichtenagentur Fars kurzfristig eine Mautklausel eingefügt, die den Öltransport verteuern könnte. US-Präsident Donald Trump verspricht hingegen eine zollfreie Öffnung.