Etwas mehr als einen Monat nachdem Israel und die USA die ersten Bomben und Raketen auf den Iran abgefeuert hatten, sind die Spritpreise in Österreich auf einen vorläufigen Höchstwert geschossen.
Wie die Daten der E-Control zeigen, stiegen die Kosten für Diesel astronomisch. Am 30. März wurde der Zenit erreicht, mussten Autofahrer 2,244 Euro pro Liter (Medianwert) blechen – fast 70 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Bei Super 95-Benzin machte Trumps kinetische Teuerung in etwa 45 Cent aus, der Literpreis stieg zum selben Datum auf 1,909 Euro. Neben den geopolitischen Spannungen spielte da auch das reisestarke Osterwochenende mit rein.
Kurz darauf wurde die Spritpreisbremse der Bundesregierung wirksam: Unmittelbar stürzte der Benzinpreis um die versprochenen 10 Cent ab. Beim Diesel bildete sich ein Preisplateau, erst eine knappe Woche später folgte die Verbilligung an den Zapfsäulen.
Der Diesel-Preis bleibt zwar immer noch deutlich über dem Vorkriegsniveau, eine Volltankung reißt aber nicht mehr ganz so große Löcher in die Geldbörsel. Am Dienstag kostete der Liter "nur" noch 1,845 Euro und war damit um 40 Cent billiger als noch drei Wochen zuvor. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung macht das 20 Euro Unterschied aus.
Der große Preissturz begann am Freitag. Auslöser waren neue Signale aus dem Nahen Osten. Laut Iran war die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus wieder frei passierbar – zumindest für die Dauer des Waffenstillstands.
Das hat sofort Wirkung gezeigt: Ein Barrel Brent-Öl kostete nur noch rund 91 Dollar – mehr als acht Prozent weniger als noch am Tag davor. Zwischenzeitlich rutschte der Preis sogar unter die 90-Dollar-Marke. Auch US-Öl verbilligte sich deutlich.
Zur Erinnerung: Während der Eskalation rund um den Iran war der Ölpreis im März auf fast 120 Dollar nach oben geschossen. Vor dem Konflikt lag er noch bei etwa 70 Dollar.
Der Waffenstillstand wurde nun von US-Präsident Donald Trump auf unbestimmte Zeit verlängert, die Straße von Hormus bleibt aber weiter ein riesiger Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft. Die Energiekrise ist so bald nicht ausgestanden, sagte Energiemarkt-Experte Johannes Benigni Freitagnacht in der ZIB2.
Zwar könnte wieder Rohöl verschifft werden, bis die Tanker ankommen, braucht es aber Zeit. "Das dauert relativ langer." Ebenso wie die Reparatur der ebenfalls bedeutenden Raffinerien im Nahen Osten. Benigni spricht von "Monaten bis ein Jahr". Seine Prognose: Die Preise werden zwar etwas runtergehen, aber noch lange erhöht bleiben.