Trotzdem bleibt weniger übrig

Preise explodieren – Hotels und Gastro um 47 % teurer

Seit 2019 haben Hotels und Gastrobetriebe ihre Preise um 47 Prozent erhöht. Dennoch boomen die Branchen, mehr Einnahmen gibt es aber nicht.
Newsdesk Heute
22.09.2026, 14:35
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Trotz der Teuerung wollen Österreicher und Touristen nicht auf Hotels und Restaurantbesuche verzichten, zeigt eine neue Studie der Nationalbank. Dabei sind die Preise in Hotels und Gasthäusern um 6,1 Prozent im Jahr gestiegen. Damit seien die Branchen für ein Sechstel der gesamten Inflationsrate verantwortlich.

Die Schuld möchte man den Betrieben allerdings nicht geben, da beide Branchen selbst von höheren Preisen betroffen waren. So sind die Kosten für Personal, Energie und Vorprodukte über die letzten Jahre heftig gestiegen. Somit lag die reale Wertschöpfung im Vorjahr um zwölf Prozent unter dem Wert von 2019. Heißt: Wirten und Hoteliers bleibt trotz höheren Preisen am Ende weniger Geld übrig.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Ferienwohnungen und Systemgastronomie im Aufschwung

Aus der Sicht der Kunden hätten sich die höheren Preise an die Nachfrage angepasst. Obwohl die Branchen boomen, sparen Gäste etwa bei Nächtigungen in Hotel oder bei zusätzlichen Getränken und Nachspeisen in der Gastronomie. In der Tourismusbranche hätten vor allem Ferienwohnungen profitiert. Sie verzeichneten ein Plus von 84 Prozent. Einfache Hotels mussten ein Minus von zwölf Prozent verkraften, während 4- bis 5-Sterne-Betriebe leicht zulegten.

In der Gastronomie haben klassische Wirtshäuser und Restaurants mit geringeren Einnahmen zu kämpfen. Pizza- oder Burgerketten, Imbissstände sowie Betriebe mit Lieferservice schneiden hingegen besser ab.

Das fordert die Hotelvereinigung

Seitens des Präsidenten der Österreichischen Hotelvereinigung, Walter Veit, wurde betont, dass man selbst die hohen Preise nicht wolle. "Aber wir sind die Getriebenen", so der Präsident. Veit merkte an, dass "stark gestiegene Kosten, strukturelle Nachteile bei der Produktivität und hohe Investitionen in die Qualität" die Gründe für die höheren Preise seien.

Der Branchen-Chef fordert, dass Kosten für Betriebe gesenkt werden sollen. So könne man die Inflation eindämmen. Als Beispiele nannte Veit die Senkung der Lohnnebenkosten und der Steuern auf Arbeit, Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung, Energieeffizienz und Mitarbeiterunterkünfte, eine Senkung von Abgaben, Energie- und Lebensmittelkosten sowie einen Abbau der Bürokratie.

red,Akt. 22.09.2026, 14:39, 22.09.2026, 14:35