Künstliche Intelligenz ist für immer mehr Menschen Teil des Alltags. Neue Zahlen von Microsoft zeigen: Im zweiten Quartal 2026 nutzten weltweit 18,8 Prozent der Menschen zwischen 15 und 64 Jahren sogenannte generative KI. Gemeint sind Systeme, die etwa Texte, Bilder oder andere Inhalte erstellen können.
Im ersten Quartal waren es weltweit noch 17,8 Prozent. Laut Microsoft ist die KI-Nutzung in fast allen untersuchten Ländern gestiegen.
In Österreich greifen deutlich mehr Menschen zu KI. Hierzulande lag der Anteil im zweiten Quartal bei 35,4 Prozent. Drei Monate zuvor waren es noch 34,1 Prozent.
Damit nutzt in Österreich bereits mehr als jeder Dritte zwischen 15 und 64 Jahren solche Programme – womit wir den hervorragenden 18. Platz im weltweiten Ranking belegen.
Andere Länder sind allerdings noch weiter. Spitzenreiter sind die Vereinigten Arabischen Emirate mit 73,3 Prozent. Dahinter folgen Singapur mit 64,3 Prozent, Irland mit 49,9 Prozent, Frankreich mit 49,6 Prozent und Norwegen mit 49,4 Prozent.
Schlechter als Österreich schneiden etwa Ungarn (Platz 20, 33,3 Prozent), die USA (21., 33,0 Prozent), Dänemark (22., 32,4 Prozent) und Deutschland (23., 32,3 Prozent) ab. Gleiches gilt für Italien (26., 31,4 Prozent), Tschechien (27., 31,2 Prozent) und Finnland (30., 30,6 Prozent)
Die anhaltend überdurchschnittliche KI-Nutzung unterstreicht laut Microsoft die starke Ausgangsbasis Österreichs für die nächste Phase der KI-Transformation. Während künstliche Intelligenz zunehmend Teil des Arbeitsalltags werde, verschiebe sich der Fokus immer stärker von der bloßen Nutzung hin zur Frage, wie daraus nachhaltiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mehrwert entstehen könnte.
"Die weltweite KI-Nutzung nimmt weiter zu. Für die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts ist jedoch nicht die Technologie allein entscheidend, sondern wie erfolgreich Unternehmen sie in Innovation, Produktivität und Wertschöpfung übersetzen", so Hermann Erlach, General Manager von Microsoft in Österreich. Gleichzeitig verweist er auf die "starke Ausgangsbasis" im Land.
Allein: "Um diese Dynamik weiter zu skalieren und KI nachhaltig in Geschäftsprozessen zu verankern, braucht es kontinuierliche Investitionen in Infrastruktur, digitale Kompetenzen und starke Partnerschaften. So entstehen langfristige Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit für den Standort Österreich", meint Erlach.
Der Bericht beschäftigt sich auch mit Open-Weight-Modellen. Dahinter stecken KI-Modelle, die Firmen und andere Organisationen leichter an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen können.
Das kann etwa dann wichtig sein, wenn eine KI für eine bestimmte Sprache oder für besondere Anforderungen eingesetzt werden soll. Solche Modelle könnten laut Microsoft Hürden beim Zugang zu KI senken.
KI wird zudem auch immer häufiger zum Lernen eingesetzt. Menschen verwenden die Programme also nicht nur im Beruf oder zum Erstellen von Inhalten, sondern auch, um sich Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen. Besonders stark zeigt sich diese Entwicklung laut Bericht in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern.
Trotz des weltweiten Anstiegs profitieren nicht alle Regionen gleich stark. Der Abstand zwischen wohlhabenderen Industrieländern und wirtschaftlich schwächeren Teilen der Welt ist im zweiten Quartal 2026 sogar größer geworden.
Microsoft sieht deshalb vor allem Investitionen in Technik und Ausbildung als wichtig an. Dazu gehören etwa eine gute Internetanbindung, die nötige technische Infrastruktur und ausreichend Wissen darüber, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Nur so könnten möglichst viele Menschen von der neuen Technologie profitieren.