Österreich könnte im kommenden Jahr bei heimischen Erdäpfeln vor einem Versorgungsproblem stehen. Wegen der Dürre rechnen Landwirte bei der laufenden Ernte mit massiven Einbußen von 50 bis 70 Prozent.
Wie lange österreichische Erdäpfel im Lebensmittelhandel verfügbar sein werden, ist deshalb ungewiss. AMA-Marketing-Chefin Christina Mutenthaler-Sipek zeichnet ein ernstes Bild: "Die Lage ist sehr dramatisch. Wir werden wahrscheinlich bis Februar die Konsumenten im Lebensmittelhandel noch versorgen können. Das ganze Jahr über glauben wir eher nicht"
Wie groß die Ausfälle tatsächlich werden, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Die Ernte läuft derzeit noch, zudem können die Erträge bei Erdäpfeln stark schwanken.
Besonders in der Gastronomie dürfte sich die schlechte Ernte bemerkbar machen. Dort werde laut Mutenthaler-Sipek verstärkt auf Kartoffeln aus dem Ausland zurückgegriffen werden müssen.
Bei den österreichischen Agrarexporten erwartet die AMA-Marketing-Chefin trotz der Dürreschäden zumindest in einigen Bereichen eine stabile Entwicklung.
Das gilt insbesondere für Milchprodukte. "Im Milchbereich werden wir unsere Exportintensität beibehalten. Wir haben alle Maßnahmen gesetzt, um vor allem die Ausfuhren nach Deutschland weiterhin ermöglichen zu können."
Auch bei Schinken, Speck und weiteren verarbeiteten Lebensmitteln rechnet Mutenthaler-Sipek mit einer ähnlichen Entwicklung.