"Angespannte Lage"

Kriege, Preise, EU: Österreichs Bauern schlagen Alarm

Österreichs Landwirtschaftskammern tagen derzeit in Kärnten. Thema ist die angespannte weltpolitische Lage, die Bauern zunehmend unter Druck setzt.
Österreich Heute
16.07.2026, 18:49
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Die Präsidenten der neun Landwirtschaftskammern Österreichs tagen derzeit auf Schloss Krastowitz in Klagenfurt. Gemeinsam protestieren sie gegen mögliche EU-Förderkürzungen und warnen vor einem weiteren Hofsterben.

Hintergrund ist nicht zuletzt die aktuelle weltpolitische Krise. Die Landwirtschaftskammer berichtet, dass Polens Rinderzüchter weniger Fleisch in den Iran liefern. Dadurch bleibt mehr Rindfleisch in der EU und das drückt die Preise ordentlich nach unten, wie orf.at berichtet.

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Doch nicht nur beim Rindfleisch stehen die Bauern unter Druck. Auch für Milch und Schweinefleisch bekommen sie momentan weniger Geld, als sie eigentlich brauchen würden. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie und Dünger immer weiter.

Steigende Kosten, sinkende Preise

Obwohl die bäuerlichen Einkommen laut Statistik Austria im Vorjahr zwar noch gestiegen sind, spricht Kärntens Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber von einer "angespannten" Lage: "So wie jetzt war es noch nie, weil wir plötzlich in allen Bereichen so einen Druck haben."

Auch Österreichs oberster Bauernvertreter, Josef Moosbrugger, mahnt: "Wir erwarten auch in diesem Jahr einen agrarpolitisch heißen Sommer, denn die Herausforderungen auf allen Ebenen könnten größer kaum sein. Neben der mittlerweile allgegenwärtigen Klimaerhitzung mit Ertragseinbußen gibt es in der Welt zahlreiche Krisen- und Kriegsherde."

Diese würden sich bis zu den einzelnen Betrieben auswirken und zu massiven Kostensteigerungen führen - bei gleichbleibenden bis sinkenden Preisen. Vor diesem Hintergrund ist Moosbrugger mit der EU-Agrarpolitik alles andere als zufrieden. Er befürchtet, dass die Bauern in Zukunft bis zu zwanzig Prozent weniger Geld aus Brüssel bekommen könnten.

"Wir brauchen Unabhängigkeit"

Moosbrugger warnt: Europa dürfe die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln nicht für mehr militärische Aufrüstung opfern. "Es darf uns bei den Lebensmitteln nicht das gleiche passieren wie bei der Energie. Wo wir nervös werden, wenn Russland am Gashahn dreht. Wir brauchen die Unabhängigkeit bei Lebensmitteln, damit wir in herausfordernden Situationen nicht auf andere angewiesen sind."

"Wir würden uns erwarten, dass die EU-Kommission die Zeichen der Zeit erkennt, den aktuellen Entwicklungen Rechnung trägt und ihren Fokus auf eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln, erneuerbaren Rohstoffen und Energie aus Europa legt. Doch das Gegenteil ist vielfach der Fall", fasst der LKÖ-Präsident zusammen.

Die angesprochenen Themen werden wohl auch beim bevorstehenden Wahlkampf zur Kammerwahl in Kärnten eine große Rolle spielen. Am 25. Oktober sind die Kärntner Bauern aufgerufen, ihre Interessensvertreter neu zu wählen.

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