Neue Wirtschaftsprognose

Der Iran-Krieg trifft uns nun mit voller Wucht

Der Konflikt in der Golfregion belastet die Wirtschaft stärker als erwartet. Auch die Zahl der Arbeitslosen dürfte neuerlich zulegen.
Team Wirtschaft
15.07.2026, 14:17
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Die angespannte Lage im Nahen Osten macht sich auch in Österreich deutlich bemerkbar. Laut dem aktuellen Konjunkturindikator der UniCredit Bank Austria hat sich die Stimmung in der heimischen Wirtschaft im Juni erneut eingetrübt. Der Indikator fiel auf minus 1,8 Punkte und signalisiert damit eine weitere Abschwächung der Konjunktur.

Konflikt zwischen USA und Iran bleibt Unsicherheitsfaktor

Nach einem leicht positiven Jahresstart sei die Wirtschaft im zweiten Quartal praktisch zum Stillstand gekommen. Die Experten gehen dennoch davon aus, dass Österreich im Gesamtjahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent erreichen wird. Für 2027 wird dann mit einem vergleichsweise deutlichen Plus von 1,2 Prozent gerechnet. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht weiter eskaliert.

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Dienstleister besonders unter Druck

Am stärksten verschlechterte sich die Stimmung im Dienstleistungsbereich. Die steigende Verunsicherung der Konsumenten bremse vor allem Handel, Gastronomie und Reisebüros. Auch die Industrie kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Energie- und Personalkosten sowie einer schwächelnden Weltwirtschaft. Lediglich am Bau hat sich die Stimmung zuletzt zumindest leicht stabilisiert.

Arbeitsmarkt als Sorgenkind

Besonders düster fällt der Ausblick am Arbeitsmarkt aus. Die Bank Austria erwartet für heuer eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent – nach 7,4 Prozent im Vorjahr und 7,0 Prozent im Jahr 2024. Erst im kommenden Jahr könnte sich die Lage mit 7,4 Prozent wieder etwas entspannen, wenn sich die Wirtschaft langsam erholt. Vor allem der Dienstleistungssektor soll dann wieder neue Jobs schaffen.

Inflation etwas geringer als erwartet

Etwas Entspannung gibt es dagegen bei der Inflation. Nach einem Höchststand von 3,7 Prozent im Mai dürfte die Teuerung im Juni auf 3,2 Prozent gesunken sein. Deshalb haben die Ökonomen ihre Inflationsprognose für 2026 von 3,4 auf 3,2 Prozent reduziert. Für 2027 erwarten sie eine Teuerung von durchschnittlich 2,5 Prozent.

EZB dürfte Zinsen noch einmal anheben

Trotz der leicht gesunkenen Inflation rechnen die Experten damit, dass die Europäische Zentralbank nach dem Sommer den Leitzins noch einmal um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Hintergrund ist die Unsicherheit rund um die Entwicklung der Energiepreise infolge der Spannungen in der Golfregion.

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