Überraschendes Aus für die vivet-Privatschule in Wiener Neustadt: Der Betreiberverein hat am Mittwoch (4. November) beim Landesgericht Wiener Neustadt die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870 und AKV belaufen sich die Schulden auf rund 132.000 Euro. Insgesamt sind 34 Kinder sowie zehn Beschäftigte betroffen.
Wie ein Sprecher der Stadt Wiener Neustadt gegenüber "Heute" erklärt, stammen 19 der insgesamt 34 betroffenen Kinder aus Wiener Neustadt. Darunter sind 14 Volksschulkinder und fünf Mittelschüler.
"Wir haben mit Stand heute in der Früh zehn Kinder in öffentlichen Schulen untergebracht", so der Stadtsprecher zu "Heute". Glücklicherweise habe man noch über entsprechende Kapazitäten verfügt, um rasch reagieren zu können. Denn auch für die Stadt sei die Entwicklung völlig überraschend gekommen.
Es wird vermutet, dass die anderen betroffenen Kinder in anderen Privatschulen in Wiener Neustadt unterkommen dürften.
Die finanziellen Probleme der Privatschule hatten sich offenbar in den vergangenen Monaten zugespitzt. Laut AKV kam es im Schuljahr 2025/26 zu mehreren Personalwechseln im pädagogischen Bereich, die bei Teilen der Elternschaft für Verunsicherung sorgten.
Zusätzlich sei die Schulgründerin und Direktorin krankheitsbedingt eingeschränkt gewesen. Besonders unmittelbar vor den Herbstferien hätten zahlreiche Eltern ihre Kinder abgemeldet. Dadurch seien die Einnahmen deutlich zurückgegangen.
Wie auch die "Niederösterreichischen Nachrichten" („NÖN“) berichten, nannte die Direktorin gesundheitliche Gründe für den Schritt. Nach einem monatelangen Krankenstand sei es finanziell nicht mehr möglich gewesen, den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.
Die Privatschule wurde im Herbst 2020 gegründet und entwickelte sich laut AKV von ursprünglich 14 auf rund 60 Schüler. Zuletzt waren neun Pädagogen und eine Assistenzkraft beschäftigt. Die Gehälter wurden laut Schuldnerangaben bis einschließlich September 2026 bezahlt.
Insgesamt stehen Verbindlichkeiten von rund 132.000 Euro im Raum. Laut KSV1870 sind rund 14 Gläubiger betroffen.
Eine Fortführung des Schulbetriebs wird laut AKV nicht angestrebt. Mit dem noch zu bestellenden Insolvenzverwalter soll die Schließung des Betriebs erörtert werden.
Das Konkursverfahren war zum Zeitpunkt der Aussendungen noch nicht eröffnet. Der KSV1870 rechnet allerdings mit einer zeitnahen Entscheidung des Insolvenzgerichts.
Für Fragen Betroffener aus Wr. Neustadt steht weiter auch das Schulamt des Magistrats Wiener Neustadt unter [email protected] und unter 02622/373-234 zur Verfügung.