93,9 Millionen Euro Schulden

Insolvenz-Beben – Pollmann kämpft um Rettung

Bei der insolventen Pollmann-Gruppe im Waldviertel stehen 93,9 Millionen Euro an Forderungen im Raum. Die Rettung hängt an einem Investor.
04.11.2026, 13:02
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Bangen um die Zukunft der Pollmann-Gruppe in Karlstein an der Thaya (NÖ)! Nach der Insolvenz von drei Unternehmen im September wird das Ausmaß der finanziellen Probleme immer deutlicher. Insgesamt haben Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 93,9 Millionen Euro angemeldet. Betroffen sind auch knapp 500 Beschäftigte.

Am Landesgericht Krems wurden nun die angemeldeten Forderungen geprüft. Dabei zeigte sich, wie groß der Schuldenberg bei den drei betroffenen Gesellschaften tatsächlich ist.

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Über 50 Millionen Euro bei einer Firma

Besonders hoch sind die Forderungen bei der Pollmann International GmbH. Hier meldeten 172 Gläubiger insgesamt rund 51,5 Millionen Euro an. Davon wurden bisher rund 49,75 Millionen Euro anerkannt. Bei der Pollmann Austria GmbH stehen Forderungen von rund 34,7 Millionen Euro im Raum. Davon wurden rund 19,27 Millionen Euro anerkannt, weitere 15,43 Millionen Euro bestritten, berichtet der Kreditschutzverband KSV1870.

Auch die Pollmann Werkzeugbau GmbH steckt tief in der Krise. Hier wurden rund 7,7 Millionen Euro angemeldet, wovon erst rund 1,43 Millionen Euro anerkannt sind. Insgesamt sind bei den drei Unternehmen 758 Gläubiger erfasst, darunter 498 Dienstnehmer. Die endgültige Höhe der anerkannten Forderungen steht noch nicht fest.

Rettung hängt an einem Investor

Immerhin gibt es auch einen Hoffnungsschimmer: Alle drei Unternehmen konnten seit der Insolvenzeröffnung am 1. September weitergeführt werden. Dank der Unterstützung durch Kunden ist der Betrieb auch für die kommenden Wochen gesichert.

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Doch für eine langfristige Rettung fehlt weiterhin das nötige Geld. Aufgrund der hohen Verbindlichkeiten können die geplanten Sanierungsquoten nur mithilfe eines Investors finanziert werden. Gespräche mit einem möglichen Geldgeber laufen, eine endgültige Einigung gibt es aber noch nicht.

Entscheidung erst im Jänner 2027

Die ursprünglich für 25. November 2026 geplanten Abstimmungen über die Sanierungspläne wurden deshalb auf den 20. Jänner 2027 verschoben. Die drei Unternehmen bieten ihren Gläubigern jeweils eine Quote von 20 Prozent an. Das bedeutet: Bei Annahme der Pläne sollen die Gläubiger innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent ihrer anerkannten Forderungen erhalten.

Ob die Rettung gelingt, ist weiter offen. KSV1870-Experte Jürgen Gebauer betont, dass letztlich die Gläubiger über das Schicksal der insolventen Pollmann-Unternehmen entscheiden. Bis zum 20. Jänner bleibt die Suche nach einem Investor damit entscheidend.

VF, 04.11.2026, 13:02