Im Streit um die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) spitzt sich die Lage weiter zu. Nachdem die Verhandlungen über einen Sozialplan für die rund 240 betroffenen Beschäftigten bisher ohne Einigung geblieben sind, machen die Gewerkschaften jetzt mobil. Für Montag, den 9. November, ist eine große Protest- und Solidaritätskundgebung direkt vor dem Werk angekündigt.
Wie berichtet, will der Tiefkühlgemüsehersteller Ardo seinen Standort in Groß-Enzersdorf im kommenden Jahr schließen. Die Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern über einen Sozialplan gestalten sich schwierig. Zuletzt war die Stimmung unter den Beschäftigten zunehmend angespannt.
Jetzt ziehen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA gemeinsam mit dem Betriebsrat die nächste Konsequenz: Am Montag um 8 Uhr soll vor dem Ardo-Werk in der Marchfeldstraße demonstriert werden. Ziel der Kundgebung ist es, den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.
Dabei geht es längst nicht nur um die rund 240 Arbeitsplätze im Werk (direkt Betroffene und Leiharbeiter). Auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe im Marchfeld sind von der geplanten Schließung betroffen.
Die bisherige regionale Wertschöpfungskette, bei der heimisches Gemüse direkt in Österreich verarbeitet wird, steht auf dem Spiel.
Bei der Kundgebung werden unter anderem PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder, GPA-Chefin Barbara Teiber und Niederösterreichs Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser sprechen.
Auch Ardo-Arbeiterbetriebsratschef Dietmar Breiner sowie Vertreter des Landes Niederösterreich und der Bauernschaft sind als Redner angekündigt.
Ob es bis zur Protestaktion noch eine Annäherung bei den Sozialplanverhandlungen gibt, ist derzeit offen.