Schwere Vorwürfe gegen vier Syrer am Wiener Landesgericht: Die Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren sollen mit Drogen gehandelt haben. Drei von ihnen wird zudem vorgeworfen, unmündigen Mädchen Rauschgift im Austausch gegen Sex angeboten zu haben. Die Angeklagten bestreiten die Anschuldigungen. Am Mittwoch begann der Prozess.
Laut Anklage sollen die vier Männer eine kriminelle Vereinigung gebildet und bis Anfang April 2026 gewerbsmäßig mit Suchtmitteln gehandelt haben. Dabei geht es um Crystal Meth, Kokain und insgesamt 23,4 Kilogramm Cannabiskraut.
Die Angeklagten lebten gemeinsam in einer Wohnung. Dass sie von dort aus Drogengeschäfte betrieben haben sollen, weisen sie zurück. Sie hätten die Suchtmittel lediglich selbst konsumiert, erklärten sie vor Gericht.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen drei der vier Angeklagten. Sie sollen Mädchen, die noch keine 14 Jahre alt waren, Drogen im Austausch gegen sexuelle Handlungen angeboten haben. Laut Anklage soll es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sein.
Die Beschuldigten bestreiten das entschieden. Es habe keine derartigen Angebote gegeben, "schon gar nicht an Unmündige", betonte einer der Verteidiger laut "Kleine Zeitung" zu Beginn der Verhandlung.
Sein Mandant, ein 30-jähriger Familienvater mit drei Kindern, würde "so etwas nicht machen", argumentierte der Anwalt.
Der Rechtsvertreter stellte auch infrage, ob die Vorwürfe überhaupt ausreichend belegt werden könnten. Er verwies darauf, dass die mutmaßlich betroffenen Mädchen offenbar noch nicht eindeutig identifiziert seien.
Im Strafantrag sei von "noch näher festzustellenden" Opfern die Rede. Nach Ansicht der Verteidigung lasse sich der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen unter diesen Umständen nicht nachweisen.
Ein weiterer Anklagepunkt betrifft einen mutmaßlichen Übergriff in der Nacht auf den 5. März. Damals soll eine 15-Jährige in der gemeinsamen Wohnung der vier Angeklagten von einem bisher unbekannten Mann vergewaltigt worden sein.
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Zuvor soll einer der Beschuldigten das Mädchen mit K.-o.-Tropfen betäubt haben. Auch diesen Vorwurf weist die Verteidigung zurück.
In einer Red-Bull-Dose, die laut Anklage die betäubende Substanz enthalten haben soll, seien bei einer Untersuchung keine entsprechenden Rückstände festgestellt worden. Das habe ein Gutachten ergeben, erklärte der Verteidiger.
Ein eigener Anklagepunkt richtet sich gegen den jüngsten Beschuldigten. Der heute 20-Jährige soll als 19-Jähriger regelmäßig Geschlechtsverkehr mit seiner damals erst 13 Jahre alten Freundin gehabt haben.
Wegen des Altersunterschieds sieht die Staatsanwaltschaft auch darin den Tatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen erfüllt. Der Angeklagte bestreitet, das tatsächliche Alter seiner damaligen Freundin gekannt zu haben.
"Sie hat viel älter ausgeschaut. Er konnte nicht beurteilen, wie alt sie wirklich ist", erklärte sein Rechtsvertreter laut "Kleine Zeitung" vor Gericht.
Der Prozess wird am 20. Oktober am Wiener Landesgericht fortgesetzt. Beim nächsten Verhandlungstermin sollen laut dem Bericht zahlreiche Mädchen als Zeuginnen aussagen. Einige von ihnen sind noch keine 14 Jahre alt.
Ob sich die schweren Vorwürfe gegen die vier Angeklagten beweisen lassen, muss das Gericht klären. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.