Vier Syrer vor Gericht

Prozess um Drogen und Missbrauch in Wien

Vier Männer stehen in Wien wegen mutmaßlichen Drogenhandels vor Gericht. Drei von ihnen sollen Mädchen unter 14 Jahren Drogen angeboten haben.
15.10.2026, 10:42
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Schwere Vorwürfe gegen vier Syrer am Wiener Landesgericht: Die Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren sollen mit Drogen gehandelt haben. Drei von ihnen wird zudem vorgeworfen, unmündigen Mädchen Rauschgift im Austausch gegen Sex angeboten zu haben. Die Angeklagten bestreiten die Anschuldigungen. Am Mittwoch begann der Prozess.

23,4 Kilo Cannabis und weitere Drogen

Laut Anklage sollen die vier Männer eine kriminelle Vereinigung gebildet und bis Anfang April 2026 gewerbsmäßig mit Suchtmitteln gehandelt haben. Dabei geht es um Crystal Meth, Kokain und insgesamt 23,4 Kilogramm Cannabiskraut.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Angeklagten lebten gemeinsam in einer Wohnung. Dass sie von dort aus Drogengeschäfte betrieben haben sollen, weisen sie zurück. Sie hätten die Suchtmittel lediglich selbst konsumiert, erklärten sie vor Gericht.

Drogen gegen Sex mit Mädchen unter 14 Jahren?

Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen drei der vier Angeklagten. Sie sollen Mädchen, die noch keine 14 Jahre alt waren, Drogen im Austausch gegen sexuelle Handlungen angeboten haben. Laut Anklage soll es auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sein.

Die Beschuldigten bestreiten das entschieden. Es habe keine derartigen Angebote gegeben, "schon gar nicht an Unmündige", betonte einer der Verteidiger laut "Kleine Zeitung" zu Beginn der Verhandlung.

Sein Mandant, ein 30-jähriger Familienvater mit drei Kindern, würde "so etwas nicht machen", argumentierte der Anwalt.

Verteidigung zweifelt an Beweislage

Der Rechtsvertreter stellte auch infrage, ob die Vorwürfe überhaupt ausreichend belegt werden könnten. Er verwies darauf, dass die mutmaßlich betroffenen Mädchen offenbar noch nicht eindeutig identifiziert seien.

Im Strafantrag sei von "noch näher festzustellenden" Opfern die Rede. Nach Ansicht der Verteidigung lasse sich der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen unter diesen Umständen nicht nachweisen.

15-Jährige soll in Wohnung vergewaltigt worden sein

Ein weiterer Anklagepunkt betrifft einen mutmaßlichen Übergriff in der Nacht auf den 5. März. Damals soll eine 15-Jährige in der gemeinsamen Wohnung der vier Angeklagten von einem bisher unbekannten Mann vergewaltigt worden sein.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Zuvor soll einer der Beschuldigten das Mädchen mit K.-o.-Tropfen betäubt haben. Auch diesen Vorwurf weist die Verteidigung zurück.

In einer Red-Bull-Dose, die laut Anklage die betäubende Substanz enthalten haben soll, seien bei einer Untersuchung keine entsprechenden Rückstände festgestellt worden. Das habe ein Gutachten ergeben, erklärte der Verteidiger.

20-Jähriger wegen Beziehung zu 13-Jähriger angeklagt

Ein eigener Anklagepunkt richtet sich gegen den jüngsten Beschuldigten. Der heute 20-Jährige soll als 19-Jähriger regelmäßig Geschlechtsverkehr mit seiner damals erst 13 Jahre alten Freundin gehabt haben.

Wegen des Altersunterschieds sieht die Staatsanwaltschaft auch darin den Tatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen erfüllt. Der Angeklagte bestreitet, das tatsächliche Alter seiner damaligen Freundin gekannt zu haben.

"Sie hat viel älter ausgeschaut. Er konnte nicht beurteilen, wie alt sie wirklich ist", erklärte sein Rechtsvertreter laut "Kleine Zeitung" vor Gericht.

Zahlreiche Mädchen sollen vor Gericht aussagen

Der Prozess wird am 20. Oktober am Wiener Landesgericht fortgesetzt. Beim nächsten Verhandlungstermin sollen laut dem Bericht zahlreiche Mädchen als Zeuginnen aussagen. Einige von ihnen sind noch keine 14 Jahre alt.

Ob sich die schweren Vorwürfe gegen die vier Angeklagten beweisen lassen, muss das Gericht klären. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

wil, Akt. 15.10.2026, 10:51, 15.10.2026, 10:42