Jagen Putins Soldaten aus Spaß Zivilisten? Diese Frage stellt sich durch ein aktuelles Video, welches online verbreitet wird. Darin ist ein Mann in der südukrainischen Stadt Cherson zu sehen, der um einen Transporter rennt, um einer Drohne zu entkommen. Die Drohne folgt ihm und explodiert.
Der Mann ist der 52-jährige Gemüsehändler Yuriy. Er überlebte den Angriff mit einigen Verletzungen und äußerte sich nun erstmals zu dem Vorfall. Demnach hätten er und seine Frau gerade den Stand aufbauen wollen, als sie das Summen der Drohne hörten. Während seine Frau flüchtete, habe Yuriy versucht, dem Piloten zu signalisieren, dass es sich bei ihm um einen unbewaffneten Zivilisten handelt, der nur Gemüse verkauft.
Der 52-Jährige ist überzeugt: "Er konnte sehen, dass ich nur Tomaten, Gurken und Melanzani auf dem Boden hatte." Dennoch habe die Drohne nicht von ihm abgelassen. "Ich habe angefangen zu laufen und bin gegen das Fahrzeug geprallt. Ich kam in die Flugbahn der Drohne, sie stieß gegen mich, ich stürzte", sagte der Gemüsehändler.
In weiterer Folge erlitt der Mann mehrere Splitterwunden, ein Barotrauma und eine Gehirnerschütterung. "Alles ist hier aufgerissen", betonte der 52-Jährige, als er auf seine Verbände zeigte. Es sei jedoch nicht das erste Mal gewesen, dass Yuriy mit einer russischen Drohne Bekanntschaft machte. Damals sei das Auto des Gemüsehändlers bei einem Angriff zur Seite geschleudert worden. Er und seine Frau hätten sich aber selbst befreien können.
Das Video erregte auch die Aufmerksamkeit des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er machte russische Soldaten für den Vorfall verantwortlich und warf ihnen vor, "Freude daran zu haben, Zivilisten zu töten und zu misshandeln". Die Einwohner von Cherson seien täglich "mit diesen russischen 'Safaris' konfrontiert", erklärte Selenskyj im Onlinedienst X.
Der ukrainische Außenminister Andryj Sybiha sprach auf X von einem "barbarischen Kriegsverbrechen Russlands" an. "Es handelt sich um eine vorsätzliche und systematische Strategie Russlands. Sie wissen genau, was sie tun", erklärte der Minister.