Bei neuen nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Fünf weitere Menschen seien bei der jüngsten russischen Attacke auf die ukrainische Hauptstadt verletzt worden, darunter ein Kind, teilten ukrainische Rettungsdienste am Donnerstag mit. Demnach wurden die Kiewer Stadtteile Swjatoschynskyj und Darnytskyj getroffen.
Die neuen Angriffe erfolgten sich einen Tag nach dem Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kiew. Die Explosionen erschütterten die Hauptstadt kurz nach Mitternacht. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor dem Anflug mehrerer ballistischer Raketen gewarnt. Am Himmel über Kiew waren helle Lichtblitze zu sehen, darauf folgte ein halbes Dutzend Detonationen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.
Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zuvor in den Onlinenetzwerken geschrieben, dass ein Lagerhaus getroffen worden sei. Raketentrümmer stürzten demnach auf unbewohnte Gebäude. Zugleich wurde auch Charkiw, die zweitgrößte ukrainische Stadt, nach Angaben ihres Bürgermeisters Ihor Terechow von Kampfdrohnen angegriffen.
Kiew ist seit Juni verstärkt Ziel russischer Angriffe mit schwer abzufangenden ballistischen Raketen. In der Ukraine fehlen vor allem PAC-3-Raketen für die US-Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot, die für das Abfangen ballistischer Raketen unerlässlich sind.
Ungeachtet des Besuches von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kiew hatte Russland die Ukraine am Mittwoch erneut massiv angegriffen. Bei Angriffen auf die Städte Sumy im Nordosten, Donezk und Krywyj Rih im Osten sowie Odessa und Mykolajiw im Süden starben nach jüngsten Angaben der Behörden 13 Menschen, etwa 50 weitere erlitten Verletzungen.