Die Quaggamuschel kommt ursprünglich aus dem Aralsee und dem Schwarzmeerraum und wurde in Österreich zum ersten Mal 2016 von einem Taucher im Bodensee entdeckt. Doch in diesen zehn Jahren hat sie sich rasant verbreitet.
Mittlerweile findet man die Muschel in Oberösterreich schon im Attersee, Mondsee, Traunsee und in den Feldkirchner Badeseen. Kein Wunder aber, denn die Quaggamuschel kann sich fast das ganze Jahr über fortpflanzen – sogar in Tiefen bis zu 100 Metern. Das macht es ihr leicht, neue Lebensräume zu erobern.
Vor allem jetzt im Sommer zieht es viele Leute zur Abkühlung in den Attersee. Doch die Freude am Baden wird durch die Quaggamuschel getrübt. Ihre Schalen sind nämlich extrem scharf und können tiefe Schnitte an Füßen und Händen verursachen. Die Muschel hat sich auf Badeleitern und Stegen so stark ausgebreitet, dass sich Badegäste immer wieder daran verletzen.
„Man braucht nur darüber streifen und schon rinnt das Blut runter. Die Muschel hängt so fest, dass man es nur mit einer Drahtbürste schafft, sie runterzuputzen“Hermann NiniWasserrettung Nußdort am Attersee
Aber nicht nur Badegäste haben ein Problem mit der Quaggamuschel. Auch die Berufsfischer spüren die Plage. Ulrike Huber, Berufsfischerin aus Buchberg am Attersee, musste ihre Netze wegwerfen, weil sie komplett mit Muscheln besetzt waren. Sie erzählt: "Wir haben sie ausprobiert, die Netze in verschiedenen Tiefen zu legen. Überall sind sie. Diese Invasion führt zu erheblichen finanziellen Schäden."
Es gibt aber auch Fressfeinde für die Quaggamuschel. Karpfen, Schleie und Rotaugen fressen die kleinen Muscheln. Untersuchungen zeigen, dass diese Muscheln regelmäßig in den Mägen dieser Fische gefunden werden.