Tierisches Wissen

Zwei Meter lang! Nein, es gibt nicht mehr Schlangen

Auch wenn viele Menschen überzeugt sind, dass man plötzlich mehr Schlangen bei uns sehen würde, ist dies ein Trugschluss.
Heute Tierisch
14.07.2026, 09:51
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Wer in der Natur einer Schlange begegnet, darf sich freuen – denn das passiert seltener, als viele denken. Schlangen sind äußerst scheue Tiere und meist längst verschwunden, bevor wir sie überhaupt bemerken. Von den sieben heimischen Schlangenarten sind nur zwei giftig: die Kreuzotter und die Hornotter. Doch selbst sie beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Deshalb gilt: Abstand halten und die Tiere niemals anfassen.

Größte heimische Schlange

Die größte heimische Schlange Österreichs ist die Äskulapnatter (Zamenis longissimus). Sie kann bis zu zwei Meter lang werden und ist damit ein echter Riese unter den heimischen Reptilien. Trotz ihrer beeindruckenden Größe ist sie völlig ungiftig und für den Menschen ungefährlich.

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Die Äskulapnatter verdankt ihren Namen Äskulap (lateinisch: Aesculapius), dem römischen Gott der Heilkunst. Sein griechisches Pendant ist Asklepios.

Die Äskulapnatter liebt warme, strukturreiche Landschaften und ist eine hervorragende Kletterin. Daher ist sie nicht nur am Boden, sondern auch auf Bäumen oder Mauern anzutreffen. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Mäuse und andere Kleinsäuger. Dank ihrer Kletterkünste jagt sie aber auch Eichhörnchen, Bilche und sogar Vögel. In Österreich kommt die Art in allen Bundesländern, mit Ausnahme von Vorarlberg, vor.

Besonders junge Äskulapnattern werden häufig mit jungen Ringelnattern verwechselt. Beide Arten tragen auffällige weißlich-gelbe Flecken im Nacken. Die Äskulapnatter lässt sich jedoch an einem schwarzen Streifen erkennen, der vom Auge bis zum Mundwinkel verläuft. Außerdem besitzt sie glatte, glänzende Schuppen und ein zunächst fleckiges Muster, das sich mit zunehmendem Alter meist zu einer einheitlichen Färbung entwickelt.

Wie alle Schlangen spielt auch die Äskulapnatter eine wichtige Rolle in der Natur. Sie hält die Bestände von Mäusen und anderen Kleinsäugern in Schach und ist gleichzeitig selbst Beute für Greifvögel und andere Wildtiere. Damit trägt sie wesentlich zum Gleichgewicht der Ökosysteme bei. Dafür ist sie allerdings auf abwechslungsreiche Lebensräume mit Hecken, Gebüschen, Steinhaufen und sonnigen Rückzugsorten angewiesen.

Europaweit geschützte Art

Die größte Gefahr für die Äskulapnatter ist der Verlust ihres Lebensraums. Intensive Landwirtschaft, Straßenbau und die Ausweitung von Siedlungen zerschneiden oder zerstören ihre Rückzugsorte. Deshalb ist die europaweit geschützte Art in Österreich als potenziell gefährdet eingestuft. Gleichzeitig könnte sie vom Klimawandel profitieren: Weil sie Wärme liebt, ermöglichen steigende Temperaturen und trockenere Bedingungen eine Ausbreitung in Gebieten, die bisher zu kühl für sie waren. Dieser Vorteil hilft allerdings nur, wenn ausreichend geeignete Lebensräume erhalten bleiben.

Jeder kann mithelfen

Auch jeder Einzelne kann zum Schutz der heimischen Schlangen beitragen. Naturnahe Gärten mit Hecken, Totholz oder Steinhaufen bieten wertvolle Verstecke. Komposthaufen dienen manchen Arten sogar als Eiablageplatz und sollten deshalb möglichst erst im Herbst umgesetzt werden.

Wer eine Äskulapnatter oder eine andere heimische Schlange entdeckt, kann außerdem einen wichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Der Naturschutzbund bittet darum, Beobachtungen mit einem Foto auf www.naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App zu melden. Die gesammelten Daten helfen dabei, die Verbreitung der Tiere besser zu erfassen und sie langfristig zu schützen.

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