Wo es sonst staubtrocken ist, sorgt plötzlich ein Wasserschauspiel für Staunen: Am Uluru, dem heiligen Berg der Aborigines, rauschen derzeit Bäche und Wasserfälle die Felswände hinab. Grund sind außergewöhnlich starke Regenfälle, wie sie die Region seit rund zehn Jahren nicht mehr erlebt hat.
Laut Wetterdienst fiel innerhalb von nur zwei Tagen etwa dreimal so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Für das trockene Zentrum Australiens ist das eine absolute Ausnahme.
Die Folgen sind bereits spürbar: Mehrere Straßen rund um den heiligen Felsen im Northern Territory wurden wegen Überflutung gesperrt. Wanderwege sind zwar noch offen, doch die Behörden schlagen Alarm. Besucher sollen besonders vorsichtig sein, nur auf markierten Wegen bleiben und auf rutschige Stellen achten.
In sozialen Medien kursieren derzeit spektakuläre Videos, die zeigen, wie Wasser in Kaskaden über den Uluru fließt - ein seltenes Naturereignis, das viele anzieht. Ausgelöst wurde das Wetterphänomen durch ein Tiefdruckgebiet, das ungewöhnlich feuchte Luft in die sonst trockene Wüstenregion bringt.
Der Uluru zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Australiens und ist für die indigene Bevölkerung ein heiliger Ort. 1985 wurde das Gebiet offiziell an die Ureinwohner zurückgegeben. Fakt ist: So spektakulär die Wasserfälle auch sind - der Uluru zeigt gerade, dass selbst die trockenste Gegend plötzlich zur Gefahrenzone werden kann.
Bergsteigen am Uluru verboten
2019 wurde das Besteigen des Berges offiziell untersagt. Zuvor hatten jährlich massenhaft Touristen trotz Protesten an Klettertouren teilgenommen. Das Verbot war aus Respekt für die Kultur der indigenen Bevölkerung Australiens verhängt worden, aber auch zum Schutz der Umwelt und zur Sicherheit der Besucher.
Klimakrise in Australien
Australien ist eines der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Industrieländer. Die Klimakrise ist dort keine Zukunftsmusik mehr, sondern bittere Realität - mit enormem Handlungsbedarf.