Der Winter 2025/26 zählt bereits jetzt zu den tödlichsten Lawinenwintern der vergangenen Jahre. In Europas Gebirgen sind seit Oktober des Vorjahres bereits 127 Menschen (Stand: 17.3.2026, 11 Uhr) durch Lawinen ums Leben gekommen.
Die meisten Todesopfer wurden laut einer Übersicht des "European Avalanche Warning Service" (EAWS) in Italien registriert. Dort starben bisher 33 Menschen, allein 5 davon auf der Vertainspitze (Südtirol). Dahinter folgen Frankreich mit 31 und Österreich mit 29 Lawinentoten. In der Schweiz starben 15 Menschen unter den weißen Schneemassen.
Die aktuelle Statistik umfasst Lawinenunglücke in den Alpen, aber auch in anderen europäischen Gebirgen wie den Karpaten oder Pyrenäen. Und: Die Wintersaison ist noch nicht beendet, weitere Unglücke sind also nicht ausgeschlossen.
Fest steht aber schon jetzt: Die Zahl der Todesopfer liegt ungewöhnlich hoch. Im vergangenen Jahrzehnt gab es nur einen Winter mit noch mehr Lawinenopfern. In der Saison 2017/18 wurden europaweit 147 Tote gezählt.
Experten sehen mehrere Gründe für diese Entwicklung. Eine Rolle spielt der globale Klimawandel: Höhere Temperaturen verändern die saisonalen Rhythmen im Gebirge. Der Schnee wird instabiler und kann leichter abrutschen. Hinzu kommen stärkere Winde, die gefährlichen Treibschnee anhäufen.
Ein weiterer Faktor für tödliche Lawinenunglücke ist ein Trend im Wintersport. Skitouren und Abfahrten abseits der präparierten Pisten werden immer beliebter. Genau dort ist die Lawinengefahr allerdings deutlich höher als auf gesicherten Pisten.