Die Erderwärmung sorgt laut Forschern für massive Veränderungen in der Tierwelt. Christian Komposch, neuer Präsident der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft (ÖEG), spricht sogar von einem "totalen Umbruch der Fauna". Ein 20-jähriges Monitoring in Wien zeige: Arten, die kühlere und feuchtere Bedingungen benötigen, verschwinden teilweise fast vollständig.
Gleichzeitig profitieren andere Arten stark von den neuen Bedingungen. Vor allem sogenannte Neozoen - eingeschleppte Tiere aus Amerika oder Asien - breiten sich immer stärker aus. Diese Entwicklung zeigt sich besonders bei Gelsen und Stechmücken. In Österreich werden immer öfter neue Arten entdeckt, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammen.
In Hinblick auf eine mögliche Ausbreitung der Malaria (derzeit betroffen: Afrika südlich der Sahara, Südostasien, Amazonasgebiet in Südamerika) in Europa warnt Komposch laut ORF: "Die Malaria ist ja quasi irgendwo knapp vor den Toren von Österreich wieder."
Gemeinsam mit Gelsen und Sandmücken kämen "neue Krankheitserreger zu uns, die dann sowohl für die Haustiere, also für die Nutztiere und für Menschen dann wirklich auch tatsächlich bedrohlich werden können", heißt es weiter
Auch bei Zecken beobachten Forscher eine deutliche Veränderung. Neben dem bekannten Holzbock breiten sich inzwischen auch neue Arten aus, die ursprünglich aus südlicheren Regionen stammen. Diese sogenannten Riesenzecken können fast zehnmal so groß werden wie heimische Zecken. Teilweise übertragen sie sogar tödliche Krankheiten.
Um die Ausbreitung besser zu beobachten, wurde zuletzt eine österreichweite Zeckendatenbank eingerichtet. Dort können gefundene Tiere zur Untersuchung eingeschickt werden.
Der Klimawandel verändert weltweit die Verbreitung von Krankheitsüberträgern wie Stechmücken. Laut WHO gab es 2022 rund 249 Millionen Malariafälle und etwa 608.000 Todesfälle, vorwiegend in Afrika. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschläge erweitern die Lebensräume der Malaria-Mücke zunehmend auch in Richtung Europa.
Studien zeigen, dass sich geeignete Lebensräume für Überträger bis 2050 um Millionen Quadratkilometer ausdehnen könnten. Schon jetzt werden in Südeuropa wieder vereinzelt lokale Malariafälle registriert.