Sie sind unsichtbar, gewaltig - und immer öfter zerstörerisch: sogenannte "Flüsse im Himmel". Dabei handelt es sich um riesige Feuchtigkeitsströme in der Atmosphäre, die sich wie fliegende Flüsse über die Ozeane bewegen und über Land sintflutartige Regenmengen niedergehen lassen können.
Laut einer neuen Analyse der "Washington Post" verursachten diese Feuchtigkeitsbänder im Jahr 2024 viele der extremsten Wetterereignisse: vom zerstörerischen Hurrikan "Helene" über einen Supertaifun in Südostasien bis hin zu den überraschenden Überschwemmungen in Valencia (Spanien).
Grundlage der Untersuchung sind aktuelle Satellitendaten und Klimamodelle, die zeigen: Durch die Erderwärmung speichert die Atmosphäre immer mehr Wasserdampf - in den letzten 85 Jahren stieg der Feuchtigkeitsgehalt um rund 12 Prozent. Das entspricht dem Wasservolumen von 35 Mississippi-Flüssen - pro Sekunde.
Besonders betroffen sind Regionen mit stark steigendem sogenannten IVT-Wert - dem "integrierten Wasserdampftransport". Diese Kennzahl misst, wie viel Wasserdampf durch Wind in der Atmosphäre bewegt wird. Je höher der Wert, desto größer die Gefahr von Starkregen und großflächige Überschwemmungen.
Die Daten zeigen deutlich: Die Klimakrise macht Wetter extremer - und die unsichtbaren Flüsse in der Luft zu einer neuen, globalen Bedrohung. Fakt ist: Ob Taifun, Hurrikan oder Sommerregen - je wärmer die Erde wird, desto mehr Wasser trägt die Luft. Und wo es niedergeht, droht oft die Katastrophe.