"War ein Trottel"

Raub bei U6-Station: 16-Jähriger drohte mit Nothammer

Ein Jugendlicher soll einen Burschen mit einem Nothammer bedroht, ausgeraubt und erpresst haben. Vor Gericht bekam er nun die Rechnung präsentiert.
Thomas Peterthalner
15.03.2026, 06:49
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In Handschellen und weißem Hoodie wurde der 16-Jährige Mittwoch (10.3.) in den Saal am Wiener Landl geführt. Schwerer Raub, versuchte Erpressung und Nötigung, lauteten die Vorwürfe gegen den Jugendlichen, der unter der Obhut des Jugendamts steht und aus der U-Haft vorgeführt wurde. Sein Blick ging zu Boden. "Ich habe im Gefängnis viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Ich habe meine Familie weinen sehen und mir gedacht, was ich für ein Trottel bin." Grund für die späte Reue war ein Vorfall am 29. Oktober 2025 bei der U6-Station Jägerstraße (Wien-Brigittenau).

iPhone mit Nothammer zerschlagen

Der Jugendliche soll dort einen Bekannten mit einem Nothammer bedroht und geschlagen, ihm eine Lacoste-Jacke geraubt, sein iPhone im Wert von tausend Euro zerstört haben. "Ich bekenne mich teilweise schuldig", so der zerknirschte Angeklagte. "Es tut mir leid, ich möchte mich entschuldigen. Ich kaufe ihm ein neues Handy."

"Werde dich töten"

Dem Vorfall voran ging ein Saufgelage mit mehreren anderen Jugendlichen. Als diese nach Hause gingen, blieben der Angeklagte und das spätere Opfer alleine zurück. Laut Anklage habe der 16-Jährige den Jugendlichen bedroht, ihn dazu genötigt, ihm jeden Tag 20 Euro zu bezahlen. "Ansonsten werde ich mit einer größeren Gruppe kommen und dich töten", soll er gedroht haben. "Ich habe es komplett übertrieben", so der Angeklagte. "Wir haben zuvor eine Flasche Wodka getrunken. Schuld war der Alkohol, ich war nicht ich selbst."

Opfer leidet noch immer

Der 16-Jährige bestritt, sein Opfer mit dem Nothammer attackiert zu haben. "Er hat mich genervt, aber ich habe ihn nicht geschlagen. Die Jacke hat er mir einfach so gegeben", so der Angeklagte, der vor der Haft in einer betreuten Wohneinrichtung untergebracht war. Den Nothammer habe er irgendwo "gefunden". Das Opfer erschien mit seinen Eltern vor Gericht. Auch Monate nach dem Vorfall wirkte der Bursche noch eingeschüchtert.

Schuldspruch vor Gericht

Nach kurzem Prozess setzte es einen Schulspruch für den 16-Jährigen. Urteil: 12 Monate bedingte Haft, Probezeit drei Jahre, dazu Bewährungshilfe und ein Anti-Aggressionstraining – noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte wurde aus der U-Haft entlassen.

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