Nach einer umstrittenen Aussage von Kylian Mbappe (27) droht den Königlichen Ärger auf einem ihrer wichtigsten internationalen Märkte. Zwei chinesische Sponsoren hat der Franzose bereits verloren, ein staatliches Medienunternehmen kündigte sogar an, vorerst keine Spiele der spanischen Liga mehr zu übertragen. Die Königlichen versuchen nun Schlimmeres zu vermeiden und sorgten mit einer kuriosen Entschuldigung für ihren Superstar beim Staat China für Aufsehen.
"Unser Verein hegt tiefen Respekt vor China, seiner Geschichte, seiner Kultur und seinen Menschen – ebenso wie vor den Millionen chinesischen Fans, die Real Madrid Zuneigung und Bewunderung entgegenbringen", erklärte Real Madrid am Mittwoch.
Der Klub wolle sich zudem "beim chinesischen Volk für die Verstimmung entschuldigen, die durch die jüngsten Äußerungen unseres Spielers Kylian Mbappe möglicherweise entstanden ist".
Auslöser der Aufregung war ein Video, das sich im Internet verbreitete. Darin erzählte Mbappe von einem Meme, das er besonders lustig gefunden habe. Auf dem Bild sei sein Gesicht per Photoshop auf jenes eines "chinesischen Diktators" montiert worden.
Gemeint war offenbar Mao Zedong, der 1976 verstorbene Staatsgründer der Volksrepublik China. Witze über den früheren Machthaber gelten in China als besonders sensibles Thema. Mbappe entschuldigte sich wenig später selbst und bezeichnete seine Aussage als "unüberlegt".
Doch damit war die Angelegenheit nicht erledigt. In China geriet zunehmend auch Real Madrid unter Druck, weil sich der Verein zunächst nicht öffentlich zu dem Vorfall äußerte.
Die staatliche Zeitung "Global Times" kritisierte, dass der Klub Mbappe für seine Äußerungen "weder kritisiert noch verwarnt, geschweige denn disziplinarische Maßnahmen ergriffen" habe.
Wie groß die Empörung war, zeigte sich auch bei der chinesischen Suchmaschine Baidu. Die Frage "Wie lange will das arrogante Real Madrid noch den Kopf in den Sand stecken?" landete am Mittwoch auf Platz fünf der meistgesuchten Begriffe.
Mittlerweile hat sich auch das chinesische Außenministerium eingeschaltet. Sprecher Guo Jiakun erklärte bei einer Pressekonferenz: "Wir nehmen die Entschuldigung, die die betreffende Person ausgesprochen hat, ernst."