Im Streit um den früheren Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) Niederösterreich, Erwin Rauscher, ist jetzt eine Einigung rechtswirksam. Wie "ORF NÖ" berichtet, wird die umstrittene Abberufung durch eine einvernehmliche Auflösung des Sonderdienstverhältnisses ersetzt.
Dieses endet mit 30. September 2026. Rauscher war im Herbst 2025 vom Bildungsministerium vorzeitig als Rektor abberufen worden. "Heute" berichtete damals über die schweren Vorwürfe gegen den langjährigen Hochschul-Chef.
Im Zentrum standen sogenannte "Dummy"-Lehrveranstaltungen im Verwaltungssystem der PH. Unter Rauschers Verantwortung sollen Tätigkeiten als Lehrveranstaltungen verbucht worden sein, obwohl es sich laut Ministerium nicht um reguläre Lehrveranstaltungen gehandelt habe. Dadurch seien Zahlungen an Lehrpersonal erfolgt.
Rauscher wehrte sich von Beginn an gegen die Vorwürfe. Sein Anwalt Dominik Konlechner bezeichnete die Abberufung bereits damals als "rechtswidrig" und "weit überzogen". Der Ex-Rektor klagte schließlich die Republik vor dem Arbeits- und Sozialgericht.
Nun ist der ausverhandelte Vergleich fix. Laut "ORF NÖ" konnten beide Seiten bis 26. August entscheiden, ob sie die Einigung annehmen.
Rauschers Anwalt zeigt sich zufrieden. Dem "Kurier" sagte Konlechner, er freue sich, "dass die Abberufung meines Mandanten und die falschen Vorwürfe nunmehr zurückgenommen wurden". Gleichzeitig kritisierte er, dass Rauscher rund ein Jahr nicht arbeiten habe können und der Republik dadurch ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden sei.
Das Bildungsministerium widerspricht dieser Darstellung in einem entscheidenden Punkt. Der Vorwurf der Dienstpflichtverletzung bleibe weiterhin aufrecht. Mit dem Vergleich solle lediglich eine langwierige rechtliche Auseinandersetzung vermieden werden. Auch strafrechtlich hatte der Fall für Rauscher keine weiteren Folgen: Die Ermittlungen gegen den früheren Rektor wurden laut "ORF NÖ" bereits Ende 2025 eingestellt.
Rauscher war seit 2006 Gründungsrektor der Hochschule in Baden und eigentlich noch bis 2027 bestellt. Mittlerweile ist die Nachfolge geregelt. Seit Anfang August steht Bernd Langensteiner an der Spitze der PH Niederösterreich.