Österreich wird mitten im US-Wahlkampf zum Thema. Ein republikanischer Delegierter aus Texas warnt beim Parteitag seiner Partei vor den Folgen von Migration – und führt ausgerechnet Salzburg als Negativbeispiel an.
Die Republikaner haben sich in Dallas im US-Bundesstaat Texas zu einem zweitägigen Parteitag versammelt. Die Veranstaltung vor den Zwischenwahlen ist ungewöhnlich und soll vor allem die Erfolge der Partei in den Vordergrund rücken. Präsident Donald Trump spielt dabei die zentrale Rolle.
Am ersten Tag konzentrierten sich die zahlreichen Redner vor allem auf wenige innenpolitische Themen: Migration, steigende Preise und den Kampf gegen Betrug. Auch unter den Teilnehmern im American Airlines Center waren diese Punkte präsent, wie ORF-Korrespondent Markus Müller im "Ö1-Morgenjournal" berichtete.
Chris, ein Delegierter aus Texas, warnte dabei vor zu viel Zuwanderung und verwies auf seine Erfahrungen in Österreich. "Als ich das letzte Mal in Salzburg war, habe ich es nicht wiedererkannt. Es sah nicht mehr aus wie Österreich."
Der Republikaner warf der politischen Linken vor, das zerstören zu wollen, was Amerika groß gemacht habe. Neben Migration kritisierte er auch zu hohe Steuern. Seiner Ansicht nach könne nur Trump diese Entwicklung stoppen.
Trump selbst widmete sich während seiner beinahe zweistündigen Rede ausführlicher als andere Redner auch dem Krieg gegen den Iran. Die USA und Israel hatten Ende Februar einen Krieg gegen den Iran begonnen.
"Gibt es hier irgendjemanden, der der Meinung ist, der Iran sollte über Atomwaffen verfügen?", fragte Trump seine Anhänger. Aus dem Publikum kam ein lautes "Nein". Der US-Präsident erneuerte außerdem seinen Vorschlag, die Straße von Hormus in Trump-Straße umzubenennen. "Ich bin mir sicher, die iranische Führung wird begeistert sein."
Der Krieg und der gleichzeitig laufende Zollstreit mit Kanada sorgen bei vielen US-Amerikanern für Unmut. Im Konflikt mit dem Nachbarland haben die USA Einfuhrverbote für bestimmte kanadische Produkte angekündigt.
Ein roter Faden zog sich durch zahlreiche Auftritte auf dem Parteitag: massive Angriffe auf die Demokraten. Die Republikaner zeichneten ihre politischen Gegner als radikale linke Bedrohung für die Vereinigten Staaten.
Der republikanische Abgeordnete Tom Emmer erklärte: "Das Einzige, worüber sie sich einig sind, ist ihr widerlicher Hass auf Amerika und unseren großartigen Präsidenten".
Parteikollege Steve Scalise warnte wiederum davor, dass die Demokraten vollständig von "verrückten Kommunisten" übernommen worden seien.
Knapp zwei Monate vor den Zwischenwahlen stellen die Republikaner die Abstimmung damit als entscheidenden Kampf um die politische Zukunft der USA dar. Mit dem Parteitag wollen sie den Fokus auf ihre eigenen Themen und Erfolge lenken – und Trump steht dabei klar im Mittelpunkt.